Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (3. Teil, 1. Band): Monographie — Berlin, 1871

Seite: XVIII
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XVIII Einleitung

graf und sein bruder. von Zacharias von Sicilien wird bei seinem ersten
auftreten gesagt, dass er ein tieide sei (41); später heisst er nur der heiden
61. 364. 482. der heidenische man 216.

Die Zeitangaben sind immer sorgfältig und genau: als Ortnit 198,4
von seinem abenleuer im walde zurückgekehrt ist, sagt der Wächter ez ist
liiute der vierde morgen daz min herre hinne schiet. Ortnit hatte eine
nacht gebraucht, um bis zur linde zu kommen (88,4- 89,1. 99,1); nach-
dem er sich von Alberich getrennt, reitet er unz an den dritten tac nach
abenteuern (192,1); am vierten morgen kommt er vor die bürg (195,1).
besonders kunstvoll und doch klar geordnet ist die darstellung der ereig-
nisse von Ortnits ankunft in Syrien bis zu seiner heimkehr. es geht näm-
lich hier manchmal eine doppelte handlung in Ortnits lager und in der bürg
des heiden zu gleicher zeit vor sich, und der dichter fährt uns abwechselnd
in die eine und in die andere scene, ohne sich bei den genauen Zeitangaben,
die er überall macht, irgend zu verrechnen, der erste tag (217,2. 260.)
umfasst die Verhandlungen um einlass und die fahrt zum hafen, wo sie
gegen nacht eintreffen (260,1). in derselben nacht war Alberich nach
Muntabur aufgebrochen und trifft noch vor tagesanbruch (266,4) dort ein;
die folgende werbescene spielt am frühen morgen (280,3); vor nacht ist
Alberich wieder auf dem schiffe (288,1). die jetzt folgende zweite nacht
(288) umfasst die landung Ortnits (290,1); bei Sonnenaufgang sind die
Lamparten kampfbereit vor der stadt (300,1). der dritte tag wird ganz
ausgefüllt durch den kämpf, der vom morgen (302,2) bis zum abend
dauert (345,3). die dritte nacht bleiben sie vor der eroberten stadt (345,4.
347,1). am morgen des vierten tages brechen sie nach Muntabur aw/"(348,1.
350,1), lagern sich vor der bürg und werden von dort aus beschossen;
nachdem Alberich sich hinauf geschlichen, das geschütz in den graben ge-
worfen und den heiden verhöhnt hat, ist es wieder abend geworden (379).
am fünften morgen beginnt der kämpf auf offenem felde (382. 383);
Alberichs Werbung bei der jungen königin (390 ff.), seine rückkehr (414),
die einstellung des kampfes (420) füllen den tag aus. noch an demselben
abend begeben sich Ortnit und Alberich in die bürg zurück (423), während
das heer unter Yljas aufsieht in einem wiesengrunde zu nacht bleibt (421.
422). Alberich entführt die junge königin (427—435), sie entflieht mit
Ortnit (440). als Machorel zur Verfolgung aufbricht, ist es noch nacht
(448. 449,3). der sechste tag umfasst den letzten kämpf (458. 474) und
die abreise (480). — auch bei Ortnits ausfahrt gegen die drachen sind die
Zeitangaben genau: er reitet früh morgens von Garte aus (542,3. 545.
551); noch vor abend trifft er Alberich und reitet nach kurzem auf ent-
halt weiter; am abend ruht er aus (562,3. 563) bis der mond aufgeht
(564,4), dann reitet er die ganze nacht bis zum morgen (465,3), wo die
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