Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (3. Teil, 1. Band): Monographie — Berlin, 1871

Seite: XXXVII
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zum Wolfdietrich A XXXVII

429,1. 2. ungenau Ortn. 1,1.2. 13,3. 4. 39,3. 4. 48,3. 4. 77,3. 4. 83,3. 4
121,1.2. 130,3.4. 161,1.2. 252,3.4. 294,3.4. 302,1.2,308,1.2.
377,1. 2. 458,1. 2. 477,1. 2. 521,3. 4. UW/tf. 31,1. 2. 39,1. 2. 52,3. 4.
74,1. 2. 88,3. 4. 104,1. 2. 109,3. 4. 150,1. 2. 175,1. 2. 441,1. 2. «wsser
rf/esen finden sich auch sonst im inneren des verses reime und assonanzen,
die an rhythmisch hervorragenden versstellen angenehm in das ohr fallen:
Ortn. 2,4. 70,4. 141,4. 183,4. 193,1. 346,2. 489,2. 590,2. 591,1. Wolfd.
161,1. 2. 196,4. 364,4. 385,2. 391,2. 413,2. dieselbe Vorliebe für musi-
kalischen schmuck der rede zeigt sich in den häufigen doppelreimen: Ortn.
39. 64. 225. 297. 305. 452. Wolfd. 58. 97. 168. 202. 213. 259. 283.
407. 455. 458. 490. ganz auffallend aber ist die häufigkeit der allit-
terationen und die eigentümliche Verwendung derselben (siehe anm. zu
Ortn. 2,1).

So zeigt sich in der kunstweise beider gedichte eine weitgehende Über-
einstimmung, die indessen für die identität der dichter noch nicht beweisend
ist. alles das könnte wol auf nachahmung beruhen, was um so wahrschein-
licher wird, da der dichter des Wolfdietrich in einigen stücken an talent
oder kunstübung gegen den dichter des Orlnü zurückzustehen scheint, dass
sogar die auffallende Übereinstimmung im gebrauche der allitteration noch
kein zwingender beweis sei, zeigt sich an dem fortsetzer des Wolfdietrich A.
dort finden wir bei nachweislich verschiedenen autoren Übereinstimmung
in diesem punkte.

Die betrachtung des Sprachgebrauchs führt zu denselben resultaten.
die Übereinstimmung ist vollkommen in allem, was mehr dem provinciellen
als dem individuellen gebrauch angehört, die lautverhältnisse habe ich
schon besprochen, dazu kommt noch einiges grammatische, in beiden ge-
dickten sind von den verben 'gehen und 'stehen mit ausnähme des conj.
ge, sie nur die formen mit ä durch den rem gesichert, vom. verbum haben
in der bedeutung possidere gelten in beiden gedichten für den sing, des
indic. präs. ausschliesslich die contrahierten formen, für den plur. conj.
imperat. und infinitiv ebenso ausschliesslich die vollen formen, in beiden
sind die contractionen von age ege zu ei, ige zu i sehr beliebt, aber nur in
den auf t und st auslautenden formen, niemals in denen auf n. der genet.
sing, neutr. sin für es begegnet im Wolfd. nicht, auch im Ortn. nur ein
mal 330,4 sicher (405,3. 263,4. 572,4 kann masc. sein), der infinitiv des
verhim substantivum lautet in beiden gedichten gewöhnlich sin, im Ortnit
nur 3 mal wesen (2,1. 313,1. 478,2) im Wolfd. nur ein mal 138,4.

Auch in dem durch die gleiche kunstweise bedingten gebrauch höfischer
und unhöfischer worte stimmen beide gedichte überein. neben einer anzahl
altepischer ausdrücke wie helt (25 mal im Ortn. 9 mal im Wolfd.) degen
(5 mal im Ortn. 3 mal im Wolfd.) gast in der bedeutung recke (Ortn.
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