Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (3. Teil, 1. Band): Monographie — Berlin, 1871

Seite: L
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L Einleitung

burggraben, D IX 46. 52 (1931. 1937) mit zwölf begleitern. dass die
dienstmannen durch ein wunder gottes befreit werden B 895 D 183 (1968),
wird in Knickt erwähnt, die Unterredung mit dem toten Berchtung haben
hier nur B und K, D hat sie an anderer stelle nach beendigtem kämpfe
152—163 (2037—2048). K kann als auszug aus B gellen; 307 ent-
spricht B 854 D Villa 332—349 (1868-1885); 308 = B 855-865
DIX 1—44 (1886—1919); 309—314 = B 866—908 D 45—101
(1920—1976). auch in einzelheiten zeigt sich mehr Übereinstimmung mit
B als mit D; zu 309,2 vgl. 5873,2, fehltD72(1937); zu 310,1 5884,2
dagegen D 80,3 (1945,3).

315—321. wie Liebgart geraubt und wiedergefunden wird, fehlt D,
entspricht im allgemeinen B 785—842, jedoch mit bedeutenden abwekhun-
gen; zu 315 vgl. B 785—797; zu 316,1. 2 B 798. 799. dass Alberich
auch umherzieht und die königin sucht, iveiss B nicht, auch nicht dass er es
ist, der Wolfdietrich zu der königin führt. Alberich wird inB nicht bei namen,
herzog Trautenmunt überhaupt nicht genannt, dagegen weiss K nichts von
den gaben des zwerges, die in B später das glückliche ende herbeiführen,
die quelle aus der A hier schöpfte, enthielt eine abweichende darstelhmg
desselben abenteuers. eine dritte darstelhmg desselben liegt in B 388—455
(D 614—751) vor, wo Sigminne der Liebgart entspricht: s. die einleitung
zu Wolfdietrich B.

321—326. der sieg über die brüder. diese sfrophen geben kurz den
inhalt von B 909—932 D IX 101—162 (1976—2037), nur dass Saben,
den BD nicht kennen, hier erwähnt werden muste.

4. schluss A 326-334, fehlt B, ist in D IX 163 —X 121 (2048—
2242) weit ausgedehnt, was A 326—330 enthält, entspricht dem inhalte
vonDX 1—11(2113—2124) und 113—121 (2234—2242); nur 326,3
widerspricht D X 1 (2113) und 329,2—4 ist A eigentümlich; auch 330—
334 sind nicht aus D entlehnt.

Dass der fortsetzer des Wolfd. A seinen stoff aus B D geschöpft habe,
ist demnach gewis. wie erklärt sich aber sein schwanken zwischen B und D ?
sollte er etwa neben einem einfachen exemplar des Wolfd. B auch noch ein
exemplar der weiteren Überarbeitung D benutzt haben? das ist nicht möglich,
denn wie sollte er wol aus D gerade mir diejenigen stücke ausgewählt haben,
die aus B, keines von denen, die ans C stammen? er konnte doch, wenn ihm
D vorlag, unmöglich wissen, wo die einzelnen stücke herstammten, und wenn
er es wüste, was hatte er für Ursache, den reichlich dargebotenen erzäh-
lungsstoff zu verschmähen? er muss also jedes falls ein exemplar des
Wolfd. B. benutzt haben, welches noch nicht aus C interpoliert war. aber
dieses exemplar konnte wol in einigem von dem auf uns gekommenen ab-
weichen und näher mit dem in D benutzten stimmen, dass es solche ab-
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