Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (3. Teil, 1. Band): Monographie — Berlin, 1871

Seite: LVI
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LVI Einleitung

wyr sollen vmb sy streytten, vnnd nit lenger beytten; 480,1. 2 sy sprach
lieber herr, jch soll ewch das nit wer; 519,1. 2 als der helff'andt jm
streyttes also verpfandt; 754,3. 4 ij. rytter wolt er hann bezwungen,
er gedacht im wer gelungen, seltener wird eine langzeile weggelassen und
die andere in zwei kurzzeilen zerdehnt wie 18,1. 2 jr vatter hat ge-
schworen, sy sey allen mannen verloren. 100,1. 2 sy sprach zu handt,
die dort herr rytten dy seindt mir woll erkandt. 123,3. 4 do sprach
hörtzig perchtüng der alt man, ir solt mich sy sechen lan. — zusdtze
des Schreibers finden sich auch: eine zeile z. b. nach 12,1. 4, zwei Zeilen
nach 85,2. 439,7. 529,4.

Dass auch H nachlässig gesclmeben ist, zeigt sich zunächst in den
vielen Micken, auf ein gleiches wort in einer der folgenden Zeilen wird ge-
sprungen 2,2-— 4 ze tal. 64,2—4 dar an. 590,3—591,2 stuole. 731,1—
732,1 si sprach. 744,1—746,1 getragen usw. namentlich aber werden
zwei oder vier Zeilen oft ausgelassen, wenn die vorhergehenden reime den
nachfolgenden gleich sind, der Schreiber mag nach Vollendung eines vers-
paares gemeint haben dass er erst einen vers geschrieben habe; indem er
nun den vermeintlich noch nötigen reim suchte, übersprang er die dazwischen
stehenden zeilen. so fehlt 137,3. 4 zwischen min : sin und künigin : pin.
205,3. 4 zwischen zehant: bekant und hant: bekant. zivischen reimen auf
an an am fehlen 105,3. 4. 261,1. 2. 342,3. 4. 433,3—434,3. 451,1—4.
470,2—471,1.541,1.2. dass ein solcher Schreiber auch von vier oder
sechs gleich reimenden Zeilen eine oder zwei weglässt, ist darnach nicht zu
verwundern: so fehlen 38,1. 2. 64,2. 3. 318,1. 2. sehr wahrscheinlich ist
es demnach dass wie H selbst auch die vorläge dieser handschrift in ab-
gesetzten zeilen geschrieben war. kommt der Schreiber etwa durch seine
nachlässigkeit in Verlegenheit wegen des reimes, so hilft er sich durch die
gewagtesten reime wie 22,3 ram : überlan (d. i. überladen). 245,1 man :
zw handt. 250,1 margreffin : heim. 366,3 vernomen : grymen. 444,1
an : komen, oder er lässt eine zeile auch ganz ohne reim wie 462,5. 474,3.
475,1. 710,4. rohe reime finden sich in H auch sonst häufig, z. b. gän :
Ion 70,3. ör : für war 126,1. man : gelön 376,3 : lön 406,3 : schön
377,69. not: rät 837,2. man : frän (d, i. frouwen) 377,63. heft: kneht

617.3. stat: laid 638,1. entweich : kraich 677,3. dass der Schreiber von H
mit absieht gekürzt habe, wirdmanihm um so weniger zutrauen dürfen, als er
öfter eigene zeilen zusetzt: so zwei nach 46,2 (ferr : ere). 112,4. 122,4.

264.4. 328,1. 502,2, eine nach 182,1. 189,1, eine ganze Strophe nach
329 und ein grösseres stück 377,1—72 (= str. 380—397 v. d. Hagen)
ist eine freie umdichtung des textes im tone der niederen spielmannspoesie.

Hat im vergleich zu B schon K im ganzen einen geringen wert für die
Herstellung des textes, so ist die entstellung des gediefaes in H eine so
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