Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (3. Teil, 1. Band): Monographie — Berlin, 1871

Seite: LVII
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zum Wolfdietrich B LVII

willkürliche dass es genügen würde sie im allgemeinen zu charakterisieren
und man der angäbe des einzelnen in den lesarten überhoben sein könnte:
aber für III—VI wo in B nur das kleine stück 537,1—542,3 erhalten ist
und zugleich die Übereinstimmung des gemeinen textes aufhört, sind wir
auf die schlechte Überlieferung in KH allein angewiesen, dieser umstand
Hess es angemessen erscheinen, auch für I und II die lesarten von KH, ab-
gesehen von ganz unbedeutenden abweichungen, vollständig anzugeben:
einzelne wiederkehrende entstellungen konnten ein für allemal erwähnt
werden, man wird sich so desto besser von der grossen Verderbnis dieser
beiden hss. überzeugen und sehen dass es in der zweiten hälfte des gedichtes
nicht wol möglich war aus KH allein einen leidlichen text herzustellen,
was sich aus der wiederholten vergleichung der hss. KH mit B und 6 in I
und II gewinnen Hess für III—VI, ist benutzt worden: die ergebnisse dieser
vergleichung waren aber gering, dass KH gegen das ende hin noch nach-
lässiger werden als sie im anfang des gedichtes sind, ist klar, welchen wert
v. d. Hagens druck im ersten teil des heldenbuchs von 1855 hat, ergibt sich
aus dem gesagten: v. d. Hagen legte die schlechteste hs. H zu gründe, ge-
legentlich verbesserte und ergänzte er sie aus B ('diese handschrift gewährt
einen etwas bessern, hie und da vollständigem, jedoch gegenseitig sich er-
gänzenden text' sagt unklar die vorrede s. XXVII) und nach 542,3 aus K.
vorgesetzte sterne bezeichnen die Zeilen welche in H fehlen und sind das
einzige zeichen von kritik, wenn man diesen namen überhaupt auf sein ver-
fahren anwenden darf, da sein abdruck allein bisher den Wolfdietrich B
vollständig gab, so ist seine Zählung über der columne angegeben worden.
Die ersten beiden lieder sind mit manchen Zusätzen, die in den an-
merkungen und in D I. III. IV sämmtlich mitgeteilt sind, auch im gemeinen
text d erhalten, die vorläge von ö war eine gute: obwol sie ziemlich frei
bearbeitet ist, so ist doch die Übereinstimmung mit BKH in vielen Strophen
so gross, dass die hss. von ö ein hilfsmittel für die kritik des Wolfdietrich B
gewähren, zunächst konnten aus 6 solche fehler verbessert werden, die den
drei hss. BKH geineinsam sind, z.b. 232,2. 236,1. 261,4. 309,2 und ganze
oder halbe Strophen in BKH, die in d fehlen, erwiesen sich mehrfach als
zusätze. wo ö mit zwei hss. der Masse B gegen die dritte übereinstimmt,
toar — abgesehen von offenbaren"fehlem und von der autorität, die der
hs. B in formaler hinsieht auch gegen KHd zukommt — die lesart in den
text aufzunehmen die durch das Zeugnis von ö gestützt wird, stimmen da-
gegen Kd gegen BH oder Hd gegen BK überein, so ist im allgemeinen Kd
wertvoller als Hd. die entscheidung war hier darnach zu treffen, welche
lesart die grössere Wahrscheinlichkeit für sich habe: der bestimmt ausgeprägte
und besonders an formein reiche stil des gedichtes Hess nur in sehr wenigen
fällen bedenken: die Mitteilung der nicht aufgenommenen lesart in
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