Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (3. Teil, 1. Band): Monographie — Berlin, 1871

Seite: LXII
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LXII Einleitung

hebung stehen, kommt hie und da in den Nibelungen vor: Lachmann zu
j 57,4. in unserem gediente ist dieser ausgang einige male in I. II. ge-
braucht: daz ez 30,2. heiz ez 107,3. half im 265,4. guot swert 311,2.
greif er 312,1, mit iu 360,2. verlorn hän 396,2. du die 412,4. daz dich
502,3; besonders häufig aber in III—VI burc sin 539,2. reht si 561,2.
wil ich 571,4. mir iht 572,2. muostu 590,2. reht ich 594,2. sol ich 733,3.
warf in 750,3. da er 793,2. si er 801,1. liep ist 802,2. gen mir 824,2. diu
mir 836,3. 840,3. 859,3. nie wart 854,2. die ich 858,2. den si 893,2.
mit mir 903,1. mit im 904,2. da die Senkung nur selten fehlt, wie oben
bemerkt ward, so werden diese cäsuren ebenso wie wärheit höchzit torwart
juncfroun sidin marschalc (die übrigens abgesehen von den eigennamen
Hugdietrich Wolfdietrich Berhtunc Walgunt Hiltburc Wahsmuot Ortnit
Liebgart nicht allzu häufig sind) vom dichter nicht als vierhebig stumpf
sondern als dreihebig klingend gefasst worden sein, stumpfe cäsur nach vier
hebungen ist nicht selten, aber auch nach drei hebungen steht sie: I 53,3.
59,1. 81,3. 83,3. 92,1. 106,1. 114,4. 200,1. II 261,1. 312,3. 336,3.

337.3. 362,1. 372,1. 376,2. (403,3 = 421,3 und 483,1?) 409,3. 414,4.
426,1. 3. 429,3. 436,3. 446,1. 2. 451,2. 455,2. [461,6. 462,6] 463,2.

501.4. 517,3. in III—VI sind solche verse noch viel häufiger, man könnte
sie hier aus der schlechten Überlieferung erklären, aber die vielen belege
aus I. II, von denen sich einige zwar leicht, andere aber nur sehr gewaltsam
ändern Hessen, beweisen dass dem dichter der ersten wie der letzten lieder
diese freilich sehr grobe entstellung der Strophe gerecht war.

Bekanntlich finden sich vereinzelt solche verse auch in den Nibelungen:
sie lassen sich aber entweder durch die anderen handschriften leicht berich-
tigen oder können auch mit vier hebungen gelesen werden, jedes falls haben
die Schreiber der hss. verse wie si sprach 'du bist min mäc 841,3. waer
er niht min mäc 1073,3. sin w,ere minner niht 1063,3. des antwurte
dö 1151,1. nu was ouch ezzens zit 1754,4. an einem morgen fruo 476,1.
swen twinge durstes not 2051,2 B. dö den Prünhilt gesach 793,3 C
nicht anders als mit drei hebungen gelesen, für den Wolfdietrich A sind
oben s. XXIV solche verse in abrede gestellt und ihre geringe zahl wird
durch leichte änderungen der hs. noch beschränkt: mir daz ros daz brach
den zoum 586,3. künec Ortnides tot 516,4 und brief 477,1. kastelän
330,1. 385,1 bleiben bedenklich, dass die hs. in den drei letzten stellen
- e oder - en anhängt, hat nicht mehr zu bedeuten als z. b. die Schreibung
rosse 444,3. 460,4. sicher scheint es aber dass der interpolator des Alphart
solche verse gemacht hat: s. in der hs. 133,2. 139,3.178,3. 308,2. 353,3.
390,4. 404,2. 413,3 und noch andere stellen, deren anzahl die berechti-
gung der emendation in frage stellt, im Wolfdietrich D finden sich drei-
hebig stumpfe verse nur vereinzelt, s. die einleitung zum nächsten bände.
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