Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (3. Teil, 1. Band): Monographie — Berlin, 1871

Seite: 139
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AmelungJaenicke1871/0205
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
WOLFDIETRICH A. XI. 139

499 Wilt du mirz loben bi triuwe, so belibest sorgen fri.

du gip der spise meinen, vvan der getriuwe si.

ich sage dir von der würzen, diu hat solhe meisterschaft:

swenn du ir geniuzest, so hast du eins Jewen kraft.

500 Dir ist dar üf din houbet * gelegen.

ir stet vil in der weite, man solte jr schöne phlegen.'

si fuorte in zuo dem boume, da si die würze ersach.

si lert in daz ers erkande, swa ers immer mere gesach.

501 Als er der würze ein wenie genam in sinen munt,

'owol mich' sprach der Krieche, 'nu bin ich aber gesunt.

mir gewirrt an minem übe niht so gröz als umbe ein här:

al mine Sterke, frouvve, die hän ich wider gar.

502 Ir sult mir, frouwe, raten, sit ir so getriuwe sit,

wie ich wider ze siner sterke bringe min ravit.'

si sprach 'der selben würzen solt du im ouch geben ein teil:

so gewinnt ez sterke widere und wirt frö unde geil.'

503 Ez wart zehant versuochet, sin ros wart wider starc.

in einem frechen muote vant er aber sin marc.

swie mager ez aber waere, iedoch truoc ez in dan:

dö kam üz sinen sorgen der helfelose man.

504 Mit zühten sprach der Krieche 'frowe, ist dir iht bekant,

weihen wec man ritet in der Lamparten laut T

'du vindst deheine sträzen, rit niuwan bi dem mer,

du sihest Lamparten schiere: got dir gelücke da bescher.

505 Du solt dich, herre, hüeten, daz lant ist äne fride:

da vant man e gerihte bi dem halse und bi der wide.

du wirdest nimmer irre' sprach diu küniginne rieh,

nu ist aber üz den sorgen der Wolf her Dieterich.

499,1 beleibestu 4 eines 500,2 vil schone 3 wurtzen 4 lernet

501,1 sein 4 alle 503,3 von dann 504,3 niuwan] nur

505,3 aymmermer
loading ...