Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (3. Teil, 1. Band): Monographie — Berlin, 1871

Seite: 153
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WOLFDIETRICH A. 153

AUS DER DRESDENER HANDSCHRIFT.

235 Wolffdieterich nam behende das gehültz sampt dem knöpf

vnd warf mit peiden henden den wurm an den köpf,

des tet der wurm in hassen vnd tet so zornig wern,

tet in in zagel fassen vnd hub in auf von ern,

236 Tet in sein iungen heym tragen. der leb wolt helffen dem hern:

der wurm in pey dem kragen begreif, kunt sich nit wern.

allso trug ers all tzwene vber stein vnd vber mos:

Wolffdieterich wünscht zu gene für das vnsellig ros.

237 Sein hent regt er gen gote, sein freüd ym gar verschwant.

mit dem der wurm drote was pei der steinen want:

er trug in in dem schwantze wol tzweintzigk clatfder hoch

vnd het den leben gantze auch pracht hin für das loch.

238 Den legt er für die iungen, die vertzerten seinen leib.

der wurm het geschwungen, Wolfdieterich ligen pleib.

die iungen wolten peissen, do was sein prun stechlein,
sie teten sich saugens tleissen zwischen den ringen ein.

239 Sein hemd in das do werte, er kunt nit werden wunt,

vnd auch den furstenn crnerte. wo sie suchten ein punt,

sein hemd das lag ym eben tzwischen der prun stechlein,

auf Liparten het yms geben die liebe muter sein.

240 Sie kunten sein nit gwinen wie fast sie legen drauf.

sie teten eins andern beginen vnd würfle den fursten auf,

das er tet mangen valle: des kom er hart in not,

das ym sein prünn erhalle vnd oft lag still vür todt.

241 Do sis so lang getriben das sie ir sterck verlurn,

do Hessens den fursten ligen; wan sie all schlaffent wurn.

das merckt der degen gmeite, stund auf vber iren danck:

wol dreier claffter weite er von den iungen spranck

242 Hin zu des perges gfelle. er schaut sie also leis,

was do schin also helle: do wass die prun Orneis.

auf hubs der degen werte vnd trugs her aus an tag,

die gantzen prün vnd Schwerte; das haubt ym heltne lag.

243 Er tet das schon begraben. Ortneis prunn legt er an.

er tet vmb Ortnei haben gros leit, angst er gewan.

den heim er auf pande, die hossen er an tzoch:

versucht das swert zu hande an dem perg so hoch.

244 Zwen schleg er do tete, schlug durch die stein gar schir,

das man geladen hete guter fuder vir.

242,4 heim ähnlich ist zuweilen auch sonst ein schwaches e entweder ergänzt
oder unterdrückt
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