Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (3. Teil, 1. Band): Monographie — Berlin, 1871

Seite: 168
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168 WOLFDIETRICH B. I 6 H.

6 Er sprach 'herzog ßerhtunc, du solt mich geniezen län,

ich lert dich mezzer werfen, des tar dich nieman bestän;

dö gap ich dir ze wibe die edelen herzogin.

nu lere ez Hugdietrichen, als liep ich dir möge gesin.'

7 Er sprach 'vil lieber herre, des sult ir sicher sin.

swaz ich kan, ich lerez den lieben herren min.

ich getrüwe gote von himele, ir müget noch wol genesen.'

'nein' sprach der künic, 'daz mac niemere enwesen.'

8 Dar nach in kurzen tagen der künic da erstarp.

mit zühten herzog Berhtunc vil schiere daz erwarp,
wie er begraben wurde, als man noch künegen tuot.
er nam zuo im den jungen: vil trüric was sin muot.

9 Dar nach zöch er sin herren unz an daz zwelfte jär.

dö sprach Hugdietrich, daz sage ich iu für war
'lieber meister Berhtunc, ich suoche triwe ze dir:
durch alle dine tugent soltus erzeigen mir.

10 Nach einer schcenen frouwen so stät mir der muot.

du weist wol, lieber meister, ich hän er unde guot,
beide lant und liute, wit ist diu herschaft min:
ob ich nu also stürbe, wes solte ez danne sin?'

11 Dö was herzog Berhtunc diu rede niht leit.

er sprach 'ich bin gewesen in landen verre unt breit:
ich gesach nie mit ougen frowen noch magedin,
die dir hie ze lande mugen genözsam sin.

12 Hat si ez an dem libe, so ist si ein dienestwip;

hat si ez an dem adel, so ist ungeschaffn ir lip.
da von enkan ich vinden keiner slahte maget,
diu dir hie ze lande ze frouwen wol behaget.'

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