Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (3. Teil, 1. Band): Monographie — Berlin, 1871

Seite: 275
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WOLFDIETRICH B. IV 747 H. 275

dö brähte er in bi mitter naht an den buregraben:

dö hörte er die frouwen weinen unde klagen.

731 Si sprach 'ach got herre, waz hän ich dir getan ?

owe mins lieben mannes, den ich verloren hän.

der muoz mich immer riuwen' sprach daz werde wlp.

'hei, der mir daz riete wie ich verderbte minen lip!

732 Got herr, waz sol mir beide ere unde gewalt?

über driuzehen künicriche was ich ein frowe gezalt.

diu hän ich geben durch got, der die martr am kriuze nam,

daz er sich erbarme über minen lieben man,

733 Den mir die wilden würme in den berc hänt getragen.'

si sprach 'got herr von himele, wie sol ich den verklagen?

keiser Ortnit, sol ich dich nimmer mer gesehen,

wie möht mir armen frouwen immer wirs geschehen!'

734 Dö gienc diu frouwe Liebgart in ein kapelle dan,

da was ein gozzen bilde nach sant Marcelliän.

als diu keiserinne daz bilde ane sach,

gerne muget ir hoeren wie diu frouwe sprach.

735 'Wie nu, heiligez bilde, sant Marcelliän ?

ich enphalch dir üf min triuwe minen lieben man.

den hästu mir verderbet' sprach diu frouwe her,

'ungetriuwer sant Marcelliän, ich getriwe dir nimmer mer.

736 Ich gap dir ze lehen' sprach diu wol getan,

'ich opfert dir alle morgen dri guldin lobesam.

daz tete ich allez üf die genäde din,

daz du, ungetriuvver trügenaer, huotest den herren min.'

737 Do erschein ir vor dem alter sant Marcelliän,

glich einem alten herren: wiz kleider truoc er an.

diu wären sicherliche wiz also der sne:

'edeliu keiserinne, din weinen tuot mir also we.

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