Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (3. Teil, 1. Band): Monographie — Berlin, 1871

Seite: 290
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AmelungJaenicke1871/0354
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
290 WOLFDIETRICH B. IV 859 H.

dö liez er die frouwen bi einer steinwant.

dö ilte er nach der stimme, da er ein wilden frouwen vant.

843 Ir was w6 zeinem kinde, gröz was irs herzen ser.

'waz wirrt dir, liebiu frouwe?' sprach der degen her.
'mac ich dir sin büezen, daz tuo mir schiere kunt.1
si sprach 'ich tuon ez gerne hie an dirre stunt.

844 Mir ist we zeinem kinde, ir sult von mir gän:

ez ensulnt niht mannes ougen frowen tougen sehen an.1
'war umbe, liebiu frouwe, schemestu dich vor mir?
verbint mir miniu ougen und läz mich sin bi dir.'

845 Do gienc diu wilde frouwe undr ein boum üf ein gras.

eins schämen degenkindes diu frouwe dö genas,
dö sprach diu wilde frouwe 'küener degen her,
nu brinc mir des wazzers durch unser frouwen er.'

846 Dö ilte er vil balde da er ein brunnen vant.

er brähte ir des wazzers in dem helme zehant.

dö was an der frouwen ein j;emerlichiu not:

dö er kam hin widere, dö was si leider tot.

847 Dö touft daz kleine kindel der getriuwe Wolfdietrich.

er gruop ein grap der frouwen, daz wizzet sicherlich,
als er si dö begruop mit dem swerte sin,
dö was ouch leider tot daz kleine kindelin.

848 Er leit si zuo einander in daz grap an der stat,

wan er got in sinem herzen emzeclichen bat.

er sprach 'got herr von himele, durch die fünf wunden din,

nu läz dir mines toten sele enpholhen sin.' „„_■ -

849 Dö ilte er vil balde da er sin frouwen het verlaii.

dö kerte er hin gen Garten, der unverzagte man.

do erschullen diu mrere vviten in diu lant,

Wolfdietrich der getriuwe waer komen sä zehant.

3 fron wen] kayserinn R, kunigin ff \a alters ainig sten vnd eyltzwhandt R

4 In den waldt nach K 843,1 ser] schwer RH 2 wirt euch H, ist dyr K

fürst R 3 sin büezen] nit beistan ff schiere «< RH 844,2 ist nit recht das

mannes äugen sulleu H tougeu] tragen R, <* ff 4 dy äugen last mich dy nach sein

ff sin ** K 845,2 kindes ff dö ^ ff 3 wilde * K und herr ff 4 durch

-« A* 846,4 hin wider (do wider hin K) kam RH 847,1 ciain kündelein R,

kindlen H '2 der frawen ain grab K er grueb im ein grab schier das glaubt H

3 Als er das grab grueb ff 4 ouch *> ff 848,1 das R, ein H selbigen
stat H 2 wan K, vnd H entlieh ff, teglich an K 3 ach gott her K, her got H hay-
ligen fiinffÄ" 4 mein todten R, diser frawen vnd meins toten H 849,1 lan H

2 hin * H der fürst lobesam H 3 weytt R, weit hindan H dem R, das H

4 ^ ff Wie woltfd. R kommen zelandt R, vgi. 909,2
loading ...