Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (4. Teil, 2. Band): Monographie — Berlin, 1873

Seite: XXVIII
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XXVIII Einleitung

sin : bin III 48 : hin VIII 4. — 0:6, gebot: tot 0 195. — apokope des
e üt häufig, heim III 35. bluot 36. erd : werd 36. rät 51. an VIII 1.
bevilt 3. walt 5. här 16. — consonantisch ungenau reimt am : an oder
an in lobesam : began II 2. 9 : man 3 : Grippiän 15 : an 22. quam :
man 14 usw. sehr oft. — en : e gesagen : habe 0 231 und in den cäsu-
ren, heiden : leide 0 315. switzen : hitze III 33. junge : drungen 34.
küenen : gröene VIII 4. — s : z, sigelös : gröz III 38. verschiedene me~
diae, degen : leben 0 195. 334. gesagen : habe 231. — ausserdem ist
zu bemerken herre : verre III 38. niet : diet 39. lecken : ecken 36. ich
leben : gestreben (3 plur. ind.) 0 196. — diese reime weisen wol auf
Mittelfranken; manche derselben kommen auch bei Wolfram von Eschen-
bach vor, andere in dem freilich späten Ernst D, über dessen reime nicht
ganz genaue Sammlungen Bartsch im herzog Ernst s. lvii gibt, s. Haupts
zs. 15, 164.

Für die zeit von C geben metrik und spräche eine ziemlich sichere be~
Stimmung, in der cäsur stehen mehrmals Wörter mit kurzer vorletzter silbe
vater 0 179. tage 184. lewe 312. siegen 330. zerkluben : Stuben III
35. getriben : beliben 38. sehen 50. vater 52. bestaten VIII 2. degen
5. lobe 13. gefrumet 18, und im Ortnit findet man auch drei hebungen
mit stumpfem ausgang vor der cäsur, s. oben s. xi, enpfienc 199. brüst
216. hin 223. stat 232. arm 238. — gereimte cäsuren fehlen in C II,
kommen vereinzelt vor im Ortnit und Wolfd. VIII, getriuwe : triuwe 0
178. heiden : leide 315. striten : Überriten 322. Lampartaere : masre
325 nach sicherer ergänzung. küenen : grüene VIII 4. snelle : gesellen 5.
springen : jungelinge 14. masre : sweere 14; dagegen oft in III, gemein-
liche : Wolfdietriche 30. Berhtunge : junge 44, und alle cäsuren sind
gereimt in der Schlachtschilderung 32, 3 — 39, 4. dies entspricht dem
was oben s. xm über die cäsurreime bei Schilderungen in ef gesagt ist. aber
das abenteuer mit Olfan ist als eine interpolation zu betrachten, darauf
führt die Unordnung in dem fortschritt der erzählung. Wolfdietrich kommt
III 30 mit seinen eilf dienern aus Siebenbürgen zurück, wohin er durch
äventiure gezogen ist, und schlägt Olfan; hernach 44, 4 bittet er Berch-
tung ihm seine eilf söhne als gesellen zu geben uud will mit ihnen auf
abenteuer ausziehen, weil er lange genug still gelegen habe 45, 4. auch
der abschied von den eitern, der nur zum teil erhalten ist, scheint auf den
ersten auszug Wolfdietrichs zu weisen, man wird daher annehmen müssen
dass III 10, 1—41, 2 eine interpolation ist.

In bezug auf die spräche von C ist zu beachten dass in den anmer-
kungen mehrere ausdrücke besprochen sind, die nicht dem mhd. der besten
zeit, sondern der jüngeren spräche angehören: tot sterben zu 0 195. sich
üf heben zu 226. üf stän zu II 3. sloz zu II 19. rötez mündelin zu VIII
13. dazu kommt noch ein anderes moment. es ist oben nachgewiesen vor-
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