Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (4. Teil, 2. Band): Monographie — Berlin, 1873

Seite: XXXVI
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AmelungJaenicke1873/0033
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
XXXVI Einleitung

sammenhang und 14, 4 wird bedeuten dass er nach Wolfdietrichs wieder-
findung zurückgerufen wurde, die namen der eitern sind andere als in
AB und die ganze darstellung lässt auf eine erzählung in höfischer manier
schliessen die sich auch in dem ausziehen Wolfdietrichs auf dbenteuer CHI
50, 2 zeigt, dass der kämpf mit Olfan eine interpolation ist und Cnur eilf
söhne kennt, ist schon oben s. xxvm erwähnt.

Die ersßen 18 der 22 von Q VIII erhaltenen Strophen setzen eine we-
sentlich andere erzählung voraus als BD sie geben. C 1 entspricht D 154,
nach C 2, 4 muss das abenteuer mit der Wöchnerin im walde D 51—75
vorhergegangen sein wie auch in A, vgl. oben s. xxx. dagegen deuten C 5,
2. 3 und 15, 2 auf eine andere erzählung von dem löwen und von herzog
Gerwart der auch 16, 1 von Wolfdietrich getötet wird, während er in D
Verzeihung erhält und später den zug nach Konstantinopel mitmacht. inD
ist das ganze auftreten Gerwarls weitläufiger ausgeführt als es in C zu ver-
muten ist: erst D 328, 3 ist = C 19, 1 und von hier an stimmen die vier
noch erhaltenen Strophen von C wörtlich zu D. dass C trotz mancher inter-
polationen (denn die von Olfan wird wie gesagt nicht die einzige gewesen sein)
bedeutend kürzer war als D, zeigt ausser dem bruchstück C VIII auch die
ganze darstellung in C II. über die grosse der lücke zwischen CII und III
30, 3 lässt sich nichts bestimmteres sagen als dass sie nicht weniger als 46
und nicht mehr als 222 Strophen betrug, sie die anm. zu CII. jedenfalls
wird durch diese betrachtung der erhaltenen stücke von C die oben aufge-
stellte Vermutung dass manche stücke in D erst zugedichtet wurden, sehr
unterstützt.

Was den übrigen inhalt von C angeht, so ist zu bedenken dass die
hauptmomente der sage feststanden: nach dem tode des vaters wird Wolf-
dietrich von seinen brüdern vertrieben, seine dienstmannen gefangen. Wolf
dietrich zieht zu Ortnit um mit dessen hilfe die dienstmannen zu befreien
und Konstantinopel den brüdern zu entreissen; doch ehe er dies erreicht,
muss er manche abenteuer bestehen, von der grossen zahl derselben schei-
nen vier gruppen in den verschiedenen dar Stellungen festzustehen: Sigminne
und der besuch bei Ortnit, die kreuzfahrt, das abenteuer mit Belian, die
erlegung der drachen und die Vermählung mit Ortnits witwe. für C darf
man diese folge annehmen: 1) Sigminne und der zug zu Ortnit; auf dem
zuge nach Lamparten war vielleicht das abenteuer mit den schachern er-
wähnt wie in A; in D steht es später, weil nach B die Vermählung mit Sig-
minne vorhergeht und Wolfdietrich von Troja nach Lamparten zur see
fährt. 2) die kreuzfahrt von Italien aus. 3) auf dem rückwege der besuch
der dienstmannen in Konstantinopel und der kämpf mit Belian der nach C II
11—13 nicht fehlen konnte. 4) Wolf dietrich in Tervis und die gewinnung
der witwe Ortnits. dass hier C selbständig erzählte, aber in manchen zu-
loading ...