Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (4. Teil, 2. Band): Monographie — Berlin, 1873

Seite: XLI
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zum Wolfdietrich C und D XLI

eine blosse nachbildung der antiken erzählung von Achilleus und Deidamia
nehmen will, die Werbung Odins um die Rindr ist zs. 6, 446 verglichen
worden.

Auch in manchen jüngeren Überlieferungen lässt sich die geschickte
Hugdietrichs verfolgen: die fassungen die nur in der Verkleidung des Wer-
bers als frau stimmen, wie die erzählung von Apollonius von Tyra in der
Thidrekssaga undRagnar Lodbrok bei Saxo lib. IX, mögen nur beiläufig er-
wähnt sein, das schwedische lied von Vallevan hat Müllenhoff in der HS
2 230 anm. schon angeführt, auch ein dänisches lied, die waldhütte {W.
Grimm, altdän. heldenlieder nr. 10, s. 101) behandelt dieselbe sage, nur
soll hier die königstochter nicht von dem verkleideten freier weibliche ar-
beiten lernen, sondern ihn darin unterrichten, in der anmerkung s. 517
verweist Grimm auf das lied von Karl und der Jungfrau Rigamor, kämpe-
viser s. 601, und noch fünf andere zum teil ungedruckte lieder sind von
Grundtvig Danmarks gamle folkeviser 1, 271 angeführt, endlich enthält
ein deutsches Volkslied vom jungen markgrafen das Wolf in der zeitschr.
f. d. myth. 1,92 aus der Moselgegend mitteilu noch einzelne überraschende
ähnlichkeiten: der Jüngling, der sich auf den rat der geliebten als Jung-
frau verkleidet, macht sich durch singen beliebt bei dem könige und wird
von ihm wie Hugdietrich B 82 gefragt, ob er keinen mann wolle, auch der
schluss hat eine ähnliche wendung wie B 210. 236.

Eine parallele zur geschickte Hugdietrichs bietet auch das gedieht vom
sperber von dem die erhaltenen stücke in den alt d.M. 1,238 und in Haupts
zs. 5, 426 abgedruckt sind. r) dieses gedieht weicht von den übrigen fas-
sungen des schwankes die Pfeiffer bei Haupt 5, 424 verzeichnet beträcht-
lich ab. schon durch seinen grösseren umfang den wir trotz der unvoll-
ständigen Überlieferung genau berechnen können: es waren 937 verse ausser
den wenigen Zeilen die vor den Worten vn höre gerne houesheit zs. 5, 426
fehlen, ferner sind nur hier die namen {Confortin, könig der Normandie,
Crisante und Dulcifiorie) genannt und eingang und schluss von denen die
andern fassungen nichts wissen, stimmen in ihrem inhalt genau zu Wolfd.
B; sie berichten die erziehung der königstochter auf dem verschlossenen
türm und nach der allerdings anders dargestellten heimlichen Werbung des
ritters die Vermählung in die der könig einwilligt. Gervinus 1%, 54 be-
merkte dass dieselben tatsachen, leicht variiert, aber auch im namen der
irischen königstochter Florie deutlich an die Dulcifiorie der Berliner bruch-
stücke vom sperber erinnernd, in dem schwedischen gedieht herzog Friedrich

') diese bruchstücke, fetzt in der Berliner königl. bibl. ms. germ. 4°. 663 und
die in Haupts zs. 13, 330 f. veröffentlichten sind, wie auch Pfeiffer Germ. 12, 1 be-
merkte, teile der Königsberger hs. die zs. 13, 521 beschrieben ist.
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