Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (4. Teil, 2. Band): Monographie — Berlin, 1873

Seite: XLII
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XLII Einleitung

von der Normandie vorkommen, aber hier macht die Werbung des herzogs den
beschluss eines ganz regulären Artusromans; zu diesen hätte Gervinus das
gedieht stellen sollen, nicht an die spitze der gedichte die willkürliche sagen-
elemente mit realen Verhältnissen in beziehung bringen, er legt zu viel ge-
wicht auf die 'neuzeitlichen länder' (die doch in den Artusromanen allent-
halben vorkommen) und auf die natürliche alltäglichkeit: die hauptsache
im herzog Friedrich sind-die beständigen fahrten des helden, zwerg- und
riesenabenteuer und turniere.

Auf die sage von Hagbard und Signy, deren Zusammenhang mit dem
oben erwähnten dänischen liede schon W. Grimm s. 517 bemerkte, wies J.
Grimm myth. 1215 hin. dass man nicht direct Hagbard und Hugdietrich
mit Grimm als Zusammenfallend'1 annehmen darf, ist klar. vgl. Grundtvig,
Danmarks gamle folkeviser 1, 271. das übereinstimmende ist dass beide
heimlich in frauenverkleidung die minne der geliebten gewinnen; zu dem
namen Hagbard stellt sich eigentümlich die glosse hagebart larva gl. Her-
rad. 189«, vgl. Haupts zs. 12,297.

Erwähnt werden mag auch das leider zu kleine bruchstück Abor und
das meerweib in Haupts zeitschr. 5, 6 das J. Grimm zu spät ins 14 Jahr-
hundert setzt, während Bartsch Germ. 5, 105 f. es bis ins 12 Jahrhundert
hinaufrücken möchte, der inhalt des fragments stimmt in vielen bezie-
hungen merkwürdig zu dem Wolfdietrich, der held kommt zu fuss von
einem steine v. 3 und hat seine rüstung in dem loche lassen müssen 8. er
wird dort mit den wurmen gekämpft haben, die auch 21 erwähnt werden;
v. 20 ist geruowen zu lesen, mit diesem anfang ist Wolfd. B 716. C VIII
1. D VIII 154 zu vergleichen, das abenteuer Abors mit dem meerweibe,
erinnert teils an die rauhe Else in Wolfd. B (sie baden beide im Jung-
brunnen, er minnt sie und erhält von ihr ein badegewant das ihn unver-
wundbar macht), teils an das meerweib in A 470 f. die sich auch verwan-
delt 491, 3 und ihm eine zauberkräftige wurzel gibt 500,3 wie Abor 81/".
ferner ist bemerkenswert die hinweisung auf den gang des gedichtes 110/*.
sint erlöste der herre guot
sinen gesellen und ouch die künigin.
des raöeze got gelobet sin.
wenn man v. 111 sine statt sinen liest (in der hs. steht vielleicht sine und
der abschreiber glaubte einen strich .über dem e zu erkennen), so folgte
etwas ähnliches wie die befreiung der dienstmannen und der Liebgart im
Wolfdietrich.

Aus der Alexandersage entlehnt zu sein scheint die zinsforderung Orl-
nits die D III 41, 3 f. ausführlich erzählt wird und auch B 346 die ver-
anlassung zu Wolfdietrichs fahrt nach Lamparien ist. Pseudokallisthenes
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