Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (4. Teil, 2. Band): Monographie — Berlin, 1873

Seite: XLIII
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zum Wolfdietrich C und D XLIII

1, 23 (vgl. Zacher s. 116) erzählt dasselbe: Darius sendet zu Philippus
nach zins, den Alexander verweigert.

Das abenteuer mit Marpali und das messerwerfen kommt, freilich
entstellt^ auch im Lanzelet vor, vgl. die anm. zu B 600. für die fabel ist
auch die anm. zu D VI 12, 2 zu beachten, gab es übrigens schon bei den
Griechen dieselbe oder doch eine nahe verwandte sage? im scholion zu den
Ekklesiazusen des Aristophanes 1021 wird die Jw^nfjÖELa dvctynrj, die
im scholion zu Piatos republik p. 493 auf den raub des Palladiums durch
Odysseus und Diomedes zurückgeführt wird, so erklärt: ort Jiofj/rjdqg
b @Qctt- rtOQvag e%w d-vyaTegag, zovg ixaqiovTag ^evovg EßidtETO
avTcag awetvtu, ecog ov xoqov g%(j5gi xai ävaXüiSiadiv ol ävdosg.
ag xai b [iv&og trtnovg ävS-Qamocpdyovc eljtev. die rationalistische
weise, die menschenfressenden rosse durch die obscöne bedeutung von %n-
Ttog zu erklären, geht uns hier nichts an. aber man wünschte zu wissen,
ob dem scholiasten auch der kämpf mit dem vater bekannt war; denn dass
es auf die tötung der fremden ankommt, sieht man. leider steht diese dürf-
tige notizdes scholions ganz vereinzelt da und erlaubt keinen sicheren schlnss.

Wol aber ergibt sich deutlich dass die Griechen ein anderes abenteuer
der Wolfdietrichssage kannten: wie er die königin durch den kämpf mit
einem ungeheuer gewinnt und seinen sieg durch die ausgeschnittene zunge
gegen einen betrieger beweist, das scholion zu Apollonius Rhodius 1,517 er-
zählt nämlich: zfisvyJSag sv tote Meyctgutdig Igtoqsi oT^AXxct&ovg 6
niXo7tog did tbv Xovairtrtov epovov cpvyadev&eig sx tcov MeyctQtov
rjoyeto -Karomr\aiov slg ereqav rcoXtv. mg Ss negeineae Xsovti Xv[.iai-
vofjbivq) tcc M&yctqa, £cp' ov xaisTEQOi rjaccv anEGraXfiivoi vtcotov ßa-
rtiXiwg Twv Meydqiovj xaray(ßvitETai tovtov xai xr^v yXajTTav av-
zov elg mqqav &ei.iEvog rjoyeTO uctXiv sig %a Miyaqa. xai a,7tcty~
yeXXovTiov tlov dttEGTaXf-dvitiV Eni tfjv d-rjqav ort ctvroi sloiv ol
xatayioviGfAsvoi, itqogxo^iiGag rrjv rttjoctv rjXey^ev avrovg. öwneg
frvaag Totg &EÖtg b ßctoiXevg zo teXevtcuov ty\v ylojodav STis&rj-
xev rdlg ßwfiotg xai äreb tote E&og tovto öu/j.elvev Meyaoevaiv.
dass Alkathoos aber die königstochter und das reich damit gewann, zeigt
Pausanias 1, 41, 5 Msyagea ds (nachdem sein söhn Euippos und andere
von dem Mthäronischen löwen getötet waren) yd(.wv te VTiOöyßö&ai &v-
yazobe xai cog diäöo%ov £'ifort rrjg agxfjg, oo"ucg top Ki&aiQwviov
XeovTa äftOKTEivai. dia zavra "AXxd&ovv tov TLeXonog EmxEigij-
cfavra tu) dijoiq) ytoarrjoai te xai cbg ißaolXsvOE, to ieqov jzoirjoai
tovto. im Tristan haben wir dieselbe sage, die auch in zahlreichen mär-
chen erhalten ist, oft combiniert mit anderen sagen: s. ausser Grimms KHM
nr. 60 mit der anmerkung noch Kuhn und Schwartz, norddeutsche sagen
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