Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (4. Teil, 2. Band): Monographie — Berlin, 1873

Seite: 253
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ZUM ORTNIT 253

[vgl. Eneit 134, 38 die giezädern her im brach, daz her tot viel an den graben und
Helmbr. 1251 disen henke ich an die wide bi den sparrädern sin. Jänicke]

454, 1 'mein ehre, mein ansehen habe ich nun doch schon verloren, und an das
leben wird es mir nicht gehen oder 'obgleich ich meine ehre verloren habe, so
wird er (der vaterj mir doch nicht das leben nehmen, deinen tod aber werde ich
zu beklagen haben; darum lass mich lieber zurück''. einem an dem libe tuon vgl.
Laurin 1174 lesarten.

456, 3. 4 können, obgleich durch alle hss. bezeugt, flieht echt sein; vers 3 setzt
Ortnit sich schon zur ivehr, obgleich die verfolgenden feinde ihn noch gar nicht er-
reicht haben, weil sie durch das wassei' aufgehalten toerden, wie in der folgenden
strophe erzählt wird, ferner, wenn vers 4 richtig- wäre, so müsste man das folgende si
auf Ortnits heer beziehen ; es ist aber deutlich von den heiden die rede. Ortnit kämpft
im folgenden ganz allein gegen die heiden; erst 462,2 hört er aus der ferne den huf-
schlag seines heeres. an unsei'er stelle muss notwendig von den heiden die rede ge-
wesen sein; auf diese bezieht sich das si der folgenden zeile.
457, 5 Eiberich der kleine mit triuwen was bereit.

er hete gerne dem Riuzeu diu maere schiere geseit.
dö was im harte verre der künic and sin her.
Otnit wart bestanden mit degenlicher wer. ac
5 der deine c, fehlt a im was a 7 Das was a

458, 2 ze slage auf das schnellste,s. Benecke zulw. 1073. ze geböte nach wünsche,
so lassen sich die ausdrücke verstehen, wenn man jeden für sich betrachtet; aber in
dieser Verbindung scheint doch mehr zu liegen, wahrscheinlich ein technischer aus-
druck des spiels, wie so häufig bei kämpf Schilderungen, über gebot im spiele, warf
oder zug, den der gegner überbieten muss, siehe Haupt zu Erec 876,- dann bedeutet
slac hier vielleicht den zug oder warf, der den ersten überbietet; doch sollte man in
diesem fall wol erwarten, dass das gebot dem slac vorangestellt würde. — auch aus
dem handelsverkehr könnten die ausdrücke entlehnt sein: gebot das angebot, slac der
Zuschlag; der gezahlte preis {Zarncke zum Narrensckiff 48, 84).

463 ist im überlieferten zusammenhange entschieden störend; 462, 4 Nu wer
dich, lieber oeheim spricht schon Yl/as, der 463 erst angeritten kommt; entweder ist
462, 4 oder 463 zu verwerfen, wenn man letzteres täte, so wäre aber nicht einzu-
sehen, was den zweckwidrigen zusalz in Ad hervorrufen konnte, aber auch 463, 4
kann ich daz swert gap dö zen banden von Iliuzen Yljas {vgl. Erec 857 und anm.)
nur für eine conjeetur des Schreibers A halten, gewiss mit recht steht dafür in 6
jene zeile, die in AW unpassend am ende der vorhergehenden strophe steht, auf sie
bezieht sich das folgende unmittelbar als antwort. wenn also diese zeile durch ein
Verderbnis zweimal stand, so erklären sich daraus mit leichtigkeit alle differenzen
der handschriften. der gemeine teact ersetzte sie an erster stelle, kan zweiter durch
eine conjeetur, W übersah die ganze strophe 463 wegen der gleichlautenden
schlusszeile.

467, 1. 2 fehlen e; in ac steM dafür:

Er bat die junefrouwe, daz si im den heim ab bant.
ein sleiger rieh von siden nam si in die hant.
dö was dem edelen forsten in strite worden heiz,
si wüschte im von den oagen den stoup und ouch den sweiz.
2 Eine sleger vnd siden a
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