Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (4. Teil, 2. Band): Monographie — Berlin, 1873

Seite: 301
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ZUM WOLFDIETRICH B 301

halt wie in den unerlaubten reimen, was : daz kommt zwar einmal vor, s. 'S, LIX ;
den reim it : eit haben die Schreiber auch sonst angebracht 11, 2 leit : wit BK und
19, 2 zit: treit B.

426, 5 Nu het frou Sigeminne die gewonheit

daz sie alle morgen, also uns diz buoch seit,
hiez ein juncfrouwen über den brunnen gän
nach einer edelen würzen, die sie da wiste stän.
9 Sie bat die schoene Frömuot über den brunnen gän.
do vant sie üf dem steine den eilenden man.
dö sie in an Miete, do erschrac daz megetin.
do erwachte uz dem släfe der eilende bilgerin.
13 Do sprach von wilden Kriechen der eilende bilgerin
'waz suochstu bi dem brunnen, schamez inegetin ?'
'daz tuon ich edele würze, tugenthafter man,
als sie min frou Sigminne wil zallen ziten hän'.
17 Do sprach von wilden Kriechen der eilende bilgerin
'wie mügent ir geheizen, schumez megetin V
sie sprach 'vil lieber herre, daz wil ich iueh wizzen lan.
da heize ich Fröinuot, tugenthafter man'.
2t 'Daz ist ein sadeger name' sprach der bilgerin:
'heizent ir Frömuot, mit fröiden müezt ir sin.
fröitle unde wünne müezent ir immer hän'.
des antwurte im balde diu junefrou lobesam
25 'Ich bin niht fröideba're, swie ich Frömuot bin genant :
fröide unde wünne ist mir unbekant.
wir haben hie ze hüse tegelichen leit,
daz min frou Sigminne an irem herzen treit.
29 Sie weinet tegelichen, diu künegin lobesam,
daz die schuenen frouwen nieman gestillen kau.
sie sieht sich zuo den brüsten und brichet üz ir här:
daz hat sie iez getriben wol ein halpjär.
33 Sie gelopte dem alten Tresiän daz sie ta;t den willen sin,
daz er sie mite ein halpjär: daz lobt er der künigin.
daz zil hat hiute ein ende und wert niht disen tac:
so wil er höchzit haben, ob erz volenden mac'.
37 Do sprach von wilden Kriechen der eilende bilgerin
5 Do e wonhait / 6 allen e uns noch e 7 maget (edele) ac 8 wurzeln e
8" Das sy ir brechte der wurzel(n) ac wüste (do) aef 8^ also sie die wolt han
e 11 die jungfrowe vin ac, die maget schon (: e. man)/ 13—Iß «/» bc 13^e
der helt vngemüt ad 14 ich (nach) edeler ef süchent ir ob d. b. edele maget

gut ad 16 wil vor hän e IG* by ir müsz han afdj 18 edeles ac 19 Des
antwurt ime die maget gut vnd wolgetan ac 21 hübscher aef 21* edeles me-
getin ac 23 Seide ac 24 mit züchten cfaj maget ac wunnesam c, wol getan
a 26 fröidenbere a(c) 27 tegeliches ac 29« sy claget so clegelicben ac frowe
wol getau ac 30 schöne e die kunigin (rieh) ac getrösten aeg 31 zerret a,
raunet c reides har e 32 getriben ietz(ent) ac 34 er bettete ac gelobet acej'
35 niht fehlt ac 36 er die e volbringen aef
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