Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (4. Teil, 2. Band): Monographie — Berlin, 1873

Seite: 303
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ZUM WOLFDIETFUCH B 303

iu hat her in enboten der eilende man,
ob eio armer bilgerin hinaht müge bi iu bestän'.
73 Do gedäht sie in irm herzea 'war daz der herre nun,
Wolfdietrich der guote, ich müeste in fröiden sin.
ja, üf min triuwe, sag dem eilenden man,
well er ezzen oder trinken, daz sülle er von mir hau'. 3
71 herin a, er c, fehlt ef 72 sieher ac ain nacht möchte ef 73 Sy gedacht
ac sinne ac, mute/ 74 so müst ich ef 75 armen ef 76 dez süll er sea^S e
436, 1 der indicativ nam ist auffallend, aber er erklärt sich aus der Stellung
im reim, analoge fälle finden sich auch bei andern dichtem, im JVolfd. weicht
noch auffälliger von dem regelmässigen gebrauch, ab B 904, 3 in aller der ge-
baere sam er lebendic was und I) IX 82, 3 sin harnesch luhte als ein fiur da en-
bran.

439. nach z. 2 folgen in H zwei zeilen

ich bin wol verre gewallet durch diu (/. diu fremden) lant:
der da heizt Wolfdietrich, der ist mir unerkant.
daran schliessen sich drei Strophen in BEH

5 Si sazen an dem tische, kurzwile hetens vil:
von trinken und von spise hetens ir herzen spil,
swes si niur gerten und dar zuo Seiten klanc
und maneger lei kurzwile: da von ir herze in freuden rauc.
9 Do si nu heten gezzen und die tisch wurdn hin getragen,
Wolfdietriches kumber was gar erslagen.
er gedähte in sinem muote 'nu getrouwe ich sagen wol.
wes mir nu wirt ze muote; zwäre, min dinc stät wol.
13 Ich hau vil fremder ma>re in dem lande vernomen,
und diu ouch kurzliche siiit ze wege komen'.
do sprach der alte Drasiän 'waz mac aber daz gesin?
mahtu vor untriuwen pflegen niht des frides din?'
5 Da sassen sy ob tisch vnd heten freuden vil H 6 Sy hetten von B spise] essen
E Mit essen vnd mit trinken speiss was irs H 7 Vnd was H nui'B, fehlt EH
7* des hetteut sy geniig von manigerlay essen das man dar trüg vnd auch darzü
roanigerlay spyll klang E 8 mit mangerlay H, von grossen E da von nur B in]
nach H 9 Vnd do sy nu gässen E, da man het geessen H und ^ H hin wurden
tragen E, wurden naher tragen H 10 Ynd w. E Da sprach wolifdietreich nun
traw ich euch wol sagen: H, Das wil ich euch sagen B 11 gesagen B 11« fehlt
H 11* vnd traw euch nun sagen wol //, wo] recht stat meyn ding E 12 mir ist
H zware] zwe recht B * vmb mich stat es wol H Vmb die lieben frawen meyn
der ich so nacheilt bin E 13 han seltzem mer H kürtzleich in B 14 und nur
B ouch] erst E, fehlt H sint nach wege B, nach diu H 15 Drasiän fehlt E aber
nur B 16 von BE niht vor pflegen E, vor vor H gemachgs H

Diese drei Strophen, die in <f nicht stehen, verraten sich als unecht: das Un-
geschick der ersten strophe und die doppelten rührenden reime in z. 11. 12 werden
nicht aus vei'derbte?' Überlieferung' zu erklären sein, sondern gehören dem Schrei-
ber, der diesen zusatz machte, zu 5. 6 vgl. die anm. zu 377. 5. 11 und 12 sind
eine reminiscenz aus 421, 4 und z. 13—16 fast wörtlich aus 432, 2 — 434, 2
wiederholt, nur in z. 14 ist statt uz komen das moderne zc wege komen gesetzt.
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