Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (4. Teil, 2. Band): Monographie — Berlin, 1873

Seite: 312
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AmelungJaenicke1873/0356
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
312 ANMERKUNGEN

er sprach 'ich heize Velle und braht har in diz lant
zwene wilde würme uf deu schaden din,
und ist daz du erstirbest, so wil ich keiser sin.'
13 Do sprach Otnit der keiser 'du waer mir unbekant.
sit du die wilden würme brachte in diz lant,
du muost den schaden gelten der mir ist besehenen
an mannen und an mägen: der warheit wil ich jehen'.
17 Do Sprüngen sie zesamene üz ungefüegem leit.

'müet dich' sprach der keiser 'daz ich dir hän geseit,
so wer dich friimeclichen und trit her näher baz'.
der rise was erzürnet, er truoc dem keiser haz.

10 Ich bin geheissen a welle e har « e das c 11 wilden c 12 stirbest c

14 sit daz c her in das e

nach 14 die hänt mir getan manic grozez leit.

du ungefiieger zage, nun si dir widerseit. e

16 der warheit] das c 17 Do] uff e üz] mit c

500, 3 rücke wird ziemlich oft schwach decliniert. ff eigand im Wörter-
buch 2, 516 und Wackcrnagel im glossar zum lesebuch 2. ausg. sp. 446 haben
darauf aufmerksam gemacht; zu den belegen des lesebuches ist 996, 30 zuzu-
fügen, das mhd. wb. führt die schwache declination gar nicht auf und die
herausgeber haben sie an vielen stellen mit unrecht beseitigt, im Wolfd. B findet
es sich noch 679, 3. 762, 1. 782, 1. 914, 3 vgl. lesarten zu 295, 1; ausserdem
ist es überliefert Walth. 55,36^5. s. 141, 14.4. #%. <69, 6 C. Neidh. 66, 32.
303, 19. Kolm. meisterlieder 8, 165. 36, 32. Meraner stadtrecht zs. 6,418. Trist.
462, 35 in der Wiener hs. Helbl. 1, 69 vgl. Haupts zs. 16, 405. Reinfrid 3464.
6676 usw., von Bartsch fast überall geändert, beweismde reime aus früher
zeit kenne ich nicht: Wig. 69, 6 C und Kolm. meisterlieder 196, 21 sind jung, in
der zweiten hälfte des 13. Jahrhunderts erscheint die schwache form häußg, ihr
vorkommen in der ersten bleibt noch zu untersuchen.

501, 4 vgl. HS 2 ausg. 65 und Wolfd. D VI 161, 2.

503. d hat statt dieser atrophe nur zwei Zeilen

'noch wil ichz baz yersuochen' daz ander bein er im ab schriet
do viel der rise Velle, des ahte der keiser niet. [(sneit f):

dafür sind nach 505, 4 zwei Zeilen zugefügt

do kert sie balde da sie die stimme hete vernomen:
sie was dem riehen keiser nach ze leide komen.

504, 1. 2 lauten in fg do liez der rise Velle einen lüten schrei, do schal ez (daz
erschal g) als der himel wa?re enzwei. dieselbe ausdrucksweise findet sich mehr-
mals in der Virginal: e si stürben, si lien den schrei: der gal mir durch diu
oren drauc, ich wand der himel waere enzwei 396, 11 /. die eilve täten einen schrei;
man wand der himel waere enzwei 458, 1. 2. ich hörte — schrei, dazz mir durch
diu oren döz: ich wand der himel waere enzwei 825, 10 /. und ähnlich die risen
täten einen schrei, man wände ez waer der dunderslac 622, 12. wannen kumet des
tiuvels schrei, da von wir sin erschrecket ? der dillestein der ist enzwei, die toten
üf gewecket 732, 7 f.

510, 5 Er namz houb'et b\ dem hare und truogz zem satel dan,
er wolte ez durch ein wunder gen Garten gefüeret hau.
loading ...