Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (4. Teil, 2. Band): Monographie — Berlin, 1873

Seite: 316
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316 ANMERKUNGEN

dem drucke zu lesen ich wil den gräwen Roc aleine bestän und wil im friden
(in aller fröuden hs.) bannen vor allen heidenischen (a. sinen cristenen hs.) mannen.

565, 1 gewant abe tuon mag im mhd. vorkommen, da an tuon belegt ist; die
Wörterbücher geben für abe tuon keine stellen, ich finde es in der Virginal 1049,
6 si täten (danten hs.) abe die helme und im h. Ernst B 4541 daz sie abe taeten
die sarwat aber dies ist kein sicherer beweis für die gute mhd. sprashe. ich habe
abe ziehen mit H gesetzt, wie 591, 1 auch K hat.

568, 1. vgl, 569, 4. schouwe minen scboenen lip; ich bin ein ritterlichez wip
Lanz. 911 f.

568, 4. 570, 2. geschach dir ie von wibe wol, so ensolt du, ritter niht ver-
zagen noch dinen lip mir versagen Lanz. 996 f.

577, 2 die lesart von K kann nicht rieht richtig sein; arbeit wird oft von
kindesnöten gesagt und so würde dies wort hier eine schiefe anspielung enthalten,
vielleicht ist äne wät oder ähnliches zu lesen.

578, 2 gütel darf sicher nicht mit Lexer 1, 1054 als kleiner, gott verstanden
werden, es ist ein Scheltwort das auch sonst als gudel giidel vorkommt, er sprach
'wer diseni giidel und disem ceden kübel Liedersaal 1, 611,87. so bistu giidel
(fluoch an Myller fragm. XVC) eren bloz das. 2, 329, 32. so bistu giidel wines vol
84. du giidel (slüch Myller) 147. gehören hierher Ammenhausen s. 322 und was
mit spil ein ceder gouch, als man noch wil manegen viot, die luoderesre und giudele
sint, und des teuf eis netz 13380 und die schnüdel und giidel? im reim steht gudel
in der Martina lll2, 71 der unverstanden helle gudel, allis unflätes ein sudel. im
Liedersaal 2, 413, 533 steht unter den bauernamen Videlger und giidel wert und
in den fastnachtspielen s. 674 heust der narr Hans, die närrin Gütel.

582, 2 hin tuon wird auch absolut gesetzt, s. Haupt zu Erec 6405. seliger
kneht, tuo hin Hellbl. 8, 87. lieber kneht, tuo hin 8, 146. tuo hin, la stän MSH
2, 93« . tu hin, ez ist ein affenheit Marierdeg. 24, 170. ist er dann so gar verwegen
uud greift dir zu dem pusen ein, so sprich: hört uff, tut hin Hätzl. 2, 85, 172.
daher ist hier vielleicht die lücke vor nu anzunehmen. — nach tuot wäre etwa
iuwer arme zu ergänzen, vgl. Tristan 291, 17 tuot iuwer arme hin dan.

583, 1 vgl. Nib. 1756, 1 der tac hete nu ende und nähet in diu naht, zu der
lesart von H vgl. Parz. 196, 2 diu naht het ende und kom der tac.

590, 2 einem eines dinges bestän wie auch 615, 1 steht, ist in den mhd. Wör-
terbüchern nicht nachgewiesen, von Grimm 1, 1668 nr. 7 nur aus Forer.

593, 2 vgl. Amelung zu tFolfd. A 70, 4. das bi den ziten darf nicht so ver-
standen werden als ob ein recht gemeint wäre, das zur zeit des dichters nicht mehr
galt, wir haben hier einen allgemein gültigen rechtsgrundsatz über den zu ver-
gleichen ist KWitte, die bindende kraft des willens im altdeutschen obligationen-
recht, zeitschr. für deutsche rechts geschickte 6 (1867) s. 448 /. der unter andern
quellen auch s. 458 das kaiserrecht (Endemann 2, 39) citiert: welch man eim
manne icht gelobet, daz sol er im staete halten, wan er ist ez im schuldig, vgl. auch
Graf und Diether rechtssprichw. VI § 1 und Wolfd. D VII 197, 2. IX 172, 7. wenn
der dichter hier ausdrücklich hervorhebt dass es damals so gehalten wurde, so will
er sein lob aussprechen, wie der dichter des Alphart 205, 1 wenn er sagt dass da-
mals jeder derjwarte bis auf den abend pflegte oder wie Wirnt, wenn er Wig.
59, 2 f. sagt, bi den ziten habe man den meineidigen verachtet.

600. das messerwerfen ist in beiden hss. so verwirrt und unvollständig über-
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