Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (4. Teil, 2. Band): Monographie — Berlin, 1873

Seite: 323
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ZUM WOLFDIETRICH C UND D I. II 323

332, 2 helmes venster auch im alten text des Ortnit; sonst kommt diese benen-
nung nur in jüngeren gedickten vor: Rosengarten D 2119 = C 1974. Germ. 4, 31»
782. helmvensterj. Tit. 1341. wao ich — daz sper da nach dem willen min ob den
venstern verre stach frauend. 219, 29/. ir (der zegel) lenge uaz üf diu venster
swanc, diu wol mit valdea was behuot 452, 2 f. si (die este) gänt mir zuo dea ven-
stern in jung. Sigenot 75, altd. studien s. 73.

ZUM WOLFDIETRICH C UND D

I

Der prolog steht in D unmittelbar vor der Jugendgeschichte Hugdietrichs.

1, 4 die Vermutungen JGrimms und Lachmanns über Tagemunt sind
schwerlich zutreffend: was Müllenhoff anführt, dass für Admont im mittelalter
auch Agmunden geschrieben wird, leitet wol auf das richtige, auch vdHagen im
Heldenbuch 1855 1, XC1X dachte an Admont. die worte üf in ßeier lant 2, 1 pas-
sen dazu vortrefflich, vielleicht mit absieht verdrehte der Verfasser des prologs den
wirklichen namen Agmunt, oder es liegt ein Schreibfehler der ursprünglichen hs.
vor aus der die uns erhaltenen abstammen, wie im cod. Strahoviensis (fontes rerum
Austr. 15*. 47) die Pitersche abschrift abbas Foginuntensis hat. — weitere belege

für die Schreibung Agmunt sind von Agmiinde : sünde Helbling 5, 54. Agmunt Chr.
Kuchemeister neue casus mon. S.Galli (1862) s. 46. abbas Agniundensis cod. Strahov.
aao. s. 16. 27. 47. abbas Agmuntensis quellen und forschungen zur Vaterland, ge-
schichte litteratur und kunst Wien 1849 s. 187a . Agmontensis 168& . abbas eccle-
siae Agmontensis Pez scriptt. rer. Austr. 2, 309.

2, 2. 3 die siebenzehn jähre werden nur eine fiction des dichters sein, unter
den Mschöfen von Eichstädt finden wir im 13 Jahrhundert drei, die 17 oder IS jähre
regieren: Hartwig- 1195—1223, Hildebrand 1261—1279 und Reinbot 1279—1297;
wenn der ganze prolog strenge Wahrheit enthieltet so könnte nur an den ersten bi-
schof gedacht werden, vgl, HS 229.

5, 3 lertenz wurde in ac und b (die lertent sy es, s. HS. 228) misverstanden;
s. altdeutsche studien s. 59.

II

JVas von den 22 strophen dieses Stückes erhalten ist, steht auf der oberen
hälfte eines pergamentblattes: die untere hälfte mit viermal 17 reihen ist weg-
geschnitten, das blatt hängt zusammen mit dem folgenden, das fast vollständig
erhalten III 30, 3—50, 2 überliefert, wieviel doppelblätter (jedes enthielt unge-
fähr 44 strophen) dazwischen fehlen, wissen wir nicht: wenn die beiden erhalte-
nen blätter die äusseren einer läge von zwölf blättern waren, so würden etwa 222
atrophen fehlen, wahrscheinlich fehlen aber weniger. III10—30, 2 werden in C
wesentlich so gelautet haben wie in B; ob auch 1—9, ist zweifelhaft.

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