Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (4. Teil, 2. Band): Monographie — Berlin, 1873

Seite: 325
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ZUM WOLFDIETKICH C UND D II. IU 325

erlangen, dem raaz erz durch de» kragen V 129, 2. vgl. Virg. 807, 10. 871, 12. bei
Konrad von Würzburg sind ähnliehe Wendungen mit krage häufig; das wort hatte
in der späteren zeit des 13 Jahrhunderts das verächtliche verloren.

46, 4 undertän tuon ist selten, daz lant zuo den bürgen täten si im undertän
Nib. 96, 4. die stete die er gewan und tet sie gote undertän Ludw. kreuzfahrt 158.
51, 4 man kann ergänzen erzündet nach Ulr. frauenbuck 658, 2 wie einer fro-
wea süezer muot einen minne geraden man mit herzen wuane erzünden kan, vgl.
Walther s. 148, 12 da von sich din frönde erzunde. auch erfüllet wäre wol mög-
ich nach Vir. frauenbuch 594, 22 ir guot gepaerde, ir senfter sit mit freuden fül-
lent miniu lit.

fortsetzung in D 41, 4 die belege für die starke flexion von prisen bei
Lexer 2, 297 sind alemannisch ; die aus der Virginal und dem jüngeren Sigenot
gegebenen sind durch den reim gesichert.

42, 2 vgl. 48, 3. den Fürsten sant Jergen, al der weit ein bidermaa D 220, 3
Hottzm. «■= B 173, 3 wo K liest all der weit ein küner man.

44, 3 bi dem edelen herren sie maaegen liebea tae gewan VHI 345, 6. ein wid
mit der sin leben und sin lip lebten maaegen lieben tac Dietr. flucht 2078. in ir vil
hohen tugenden - lebt diu maget edele vil maaegen liebea tac Nib. 18,2. ich mb'hte
gelebea maaegen lieben tac MSF 5, 38.

54, 2 die fähigkeit gut zu sprechen wird oft hervorgehoben, so heisst es in
Dietrichs flucht 4898 swer gesprochen künde, der enböt ez wol den gestea; Eetel
sagt zu Wate Kudr. 239, 4 ir sit zer boteschaft vil redebsere. Martin führt dazu
redebare aus andern gedickten an, erklärt es aber wie auch das mhd. wb. 2,1,
597« 36/. zu allgemein 'tüchtig, tauglich'; redebaere ist in diesen stellen 'der zu
reden versteht', dieselbe bedeutung hat redelieh wn. anegenge 31, 75. im mhd, wb.
2, 1, 598* wird ein redlicher hole, falsch auf den stern bezogen: es ist aber von dem
enget die rede der den hirten Jesu geburt verkündet, und entgegengesetzt wird im
folgenden der stern der drei könige von dem es heisst mit eiaem vil unredlichem
diage 32, 7 und ein unredhafter böte 32, 15.

60, 4 lies verlierenz. in den reimen des Wolfdietrich kommt verlieren mit
r nicht vor, aber die hss. haben so und Konrad von Würzburg (s. Haupt zu En-
gelh. 4719. Weinhold al. gr. § 196) gebraucht es im reime, ebenso der Kanzler
verliuret: tiuret MSH2, 389<*. Frauenlob verliuret: getiuret spräche 109, 19. im
Reinfrid von Braunschweig steht neben verlierea einmal Verliesen : kiesen 18900;
in Heinzelins minnelehre hat die hs. A immer verlieren 84. 394 usw. und diese
form war unbedenklich in den text aufzunehmen; auch ze verlierenne in den ale-
mannischen predigtbruchstücken Haupts zs. 2, 229, 26 wird zu den älteren belege?i
zu rechnen sein, das präteritum bewahrte das s länger, ebenso kiesea das im ale-
mannischen sogar im plural des Präteritums und im participium s hat, s. Wein-
hold al. gr. § 190. verlor steht in der h. Ceeilia zs. 16, 182, 607.

64, 3 kostba;rlich auch IV 59. V 37. VIII 344. IX 120. Ortnit D 375, 3 e. bei
Konrad von Würzburg und seinen nachahmern sind die adjeeiiva auf bserlich sehr
beliebt; früher lassen sie sich kaum sicher nachweisen, die Virginal hat kostberlich
189. 195. 215. 1027, 6. 7.1029. tröstberlich 173. vorhtberlieh 185. dancberlich 829.

65, 1. 2 die epische formel über die zu B 384 gehandelt ist findet sich in D
fast immer in der weise wie hier; die vierte halbseile lautet nu hoereat wie er (sie)
sprach B 454, 97. Ortnit 419, 4 ö. D VI 120, 1. 220, 1. VII 143, 1. 199,1. VIII
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