Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (4. Teil, 2. Band): Monographie — Berlin, 1873

Seite: 330
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330 ANMERKUNGEN

ten: vil borten klar von siden die enthaften sich von siegen grAz und liezen mane-
gen nagelniet, der sich von starken blechen sloz Firg. 109, 10 f. wan sie — mit
scharfen swerten schrieten üz helmen starke nieten, daz sich diu blech zertranden
Reinfrid 20084 f. daz er vil manegen nagel von den blechen schriet Loh. 220. ir
(der blaten) ganzen blech und ir geleich belibea ungeschertet Konr. Troj. 3715 M.
der niete blech Wilh. von Oesterreich 22*.

VI

10, 2 wenn ein verbum mit einer präposition vorhergeht, so wird das fol-
gende tuon gewöhnlich mit derselben präposition gesetzt, wie aber nach transiti-
ven verben tuon mit dem daliv steht {Haupt zum Erec 98) und nach einem gene-
tiv B 329, 14 wiltu unser beider mit solhen triuwen pflegen also du Wolfdietriche
biz her hast getan, so wird auch nach einer präposition dasselbe gestattet sein:
daher ist die lesarl von e hier be/ialten worden, es ist bekannt dass die freiheit
in der construction von tuon bei den meisten mhd. dichtem noch viel weiter geht,
ein paar beispiele von vielen sind B 325, 10 ich kum niht ia die klouber also ir
hänt getan minem lieben herren. Ruland 183, 4 daz her allenthalben vor in swant
als der sunne tuot den sne.

12, 2 die Kärntner landhandfeste vomj. 1414 bei Schmeller 1, 500 setzt gerade
auf notzucht diese todesart dem notzuchtiger soll man den hals abstossen mit ainem
tilln. ebenso das Saalfelder Statut das RA 690 angeführt ist: man sol ime
den hals abe stozen mit einer wiobrechen dele, und die keur von Bendermonde vom
f. 1233 {fFarnkönig flandrische Staats- und rechtsgesch. 2b, 194) quicumque per
vim feminam violaverit, ei Collum cum assere qui vulgo nomiaatur planke, debet
abscidi. vgl. JGrimm in Reyscher und fFilda, zeitschr. für deutsches recht 5,1-29.

14, 4 daz sie jehent mit wärheit daz niht lebendes, ez enflüge, in dengarten
kumen müge Flore 4446.

35, 3 ebenso lautet in D die Umarbeitung von B 479, 3 = 780, 3 Holtzm.

36, 4 juncfrou stark flectiert im singular auch 206, 3. Ortnit 467, 1 ac.
frouwe VII 140, 3. VIII 23, 1. 333, 4. IX 10, 4. B 384, 19. nach 405, 2 zweimal;
ausserdem einige male in ac wo ef die schwache flescion hat und öfter in der Fir-
ginal 485, 5. 590, 10. 591, 12. 260. 4 (vroun Zupitza). 1070, 13 usw. Heinzelin
von Constanz 1, 354. im Reinfrid 2475 frouwe und 6672 juncfro, von Bartsch
beidemal geändert, den starken plural hat die hs. der Firg. 356, 9.

54, 3 tischlach, die lesart von ef, hat Hottzniann stillschweigend in tischlachen
verändert, s. Haupt zum Erec 385.

57 ist eingeklammert, da die strophe, schon durch das äussere Zeugnis dass sie
in ac fehlt, verdächtig; wol nur die treue Gramabets gegen Wolfdietrich in erin-
nerung bringen will, dies geschieht nicht sehr geschickt, da die Warnung- vor dem
mahle ganz unmotiviert ist. — auch 136 und 141 fehlen in ac; davon wird die
erste strophe durch B geschützt, und ihr fehlen in ac erklärt sich wol durch ein
mechanisches versehen: 136, 1. 2 und 137, 1. 2 haben nämlich den gleichen reim
an an. 141 kann ohne schaden fehlen; 142 schliesst sich besser als 141 an Belians
werte 140, 4.

67. 68 sind ein ungehöriger Zusatz der sich mit 70, 3. 4 nicht verträgt, die
beiden ersten zeilen schliessen sich an das vorhergesagte 66, 4 an: die folgende mo-
ralische ermahnung passt durchaus nicht.
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