Amelung, Arthur   [Hrsg.]; Jänicke, Oscar [Hrsg.]
Ortnit und die Wolfdietriche: nach Müllenhoffs Vorarbeiten (Deutsches Heldenbuch) (4. Teil, 2. Band): Monographie — Berlin, 1873

Seite: 337
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ZUM WOLFDIETRICH D VIII 337

292 ist D 385 (B 297) nachgebildet:

Über iu kam einer, der was ein helt guot,
der warf in mit einem steine üf sinen stahelhuot
daz der werde fürste under sinem schilte gelac
und in den selben ziten keiner sinne pflac.
1 über in ließ e, ob im stunt ac 2 in] wolfdieterich(en) alle mit einem steine
fehlt e 3 daz er ufi der erden under dem ac

294, 2 dass hoeren noch ziemlich spät in der bedeutiing aufhören vorkommt,
zeigt Haupt zum Erec 7551. im gemeinen text des Ortnit findet sich üf hoeren drei-
mal: dö sprach der Lamparte 'hoerent üf, sin ist (es ist sicher c) gcnuoc 219, 3 M.
nu hcere üf Lamparter (hoereL. c), du hast hie gnuoc gestriten 326, 2 ac. du solt hie
üf hoeren (heiz üf h. e), hie ist genuoc gestriten 426, 1. an der letzten stelle über-
liefern auch WA üf hoeren, aber der dichter schrieb nicht so. auch bei Heinrich von
dem Türlin 26322 wird das üf nur der späten Überlieferung zuzuschreiben sein,
dem Verfasser des gemeinen textes dagegen darf man üf hoeren zutrauen: er hat
es auch B 266, 24 wo üf nur in c fehlt, durch den reim gesichert finde ich üf hoeren
nur in einem sehr spät gedichteten liede, Holm. 183, 5 der vierd spraech gern
'hoer üf : süf, und durch das metrum geschützt im liederbuch der Hätzlerin hör
uff, ich ger der Stangen 2, 76, 68. hör uff, du machst mich krank 2, 82, 122. so
sprich : hört uff, tut hin 172 und in Hahns Passional 188, 42 hör uf, hör uf unde
erwint.

308, 3 bellen vom oc/isen gesagt erscheint auffallend, doch ist es auch MSH
3, 306a übei'liefert: es ist um so weniger zu ändern als es auch vom hirsch ge-
sagt wird wie im DWB 1, 1452 nachgewiesen ist. Wackemagel voces variae anim.
2 ausg. s. 66 hat bellen nicht, aber brüelen, das in der Firginal 527, 8 mit unrecht
zu lüejen geändert ist; es ist zu lesen er brüelt reht sam (hs. brügelt reht alsan) ein
ohse. — die schwache conjugation von bellen ist sonst nicht in so früher zeit nach-
gewiesen; aber die neigung starke verba schwach zu flectieren zeigt sich zu ende
des 13 Jahrhunderts mehrfach.

323, 3 ebenso lautet der gemeine text im Pfrolfd. B 144, 3 Holtzmann
{entsprechend 136, 3 in E) und im Ortnit 396, 2 Mone in e, nur dass von für üz
steht. — den vergleich des haares mit der seide lueist Haupt zs. 13, 181 nach,
dazu kommen noch zwei stellen aus älterer zeit: ir här was geler sideu glich Morolt
27. ir här het varwe sidin Tund. 62, 25. bei Honrad von JVürzburg und seinen
nachahmern ist die bezeichnung die übrigens noch Heine im wintermärchen cap. 10
hat (wie gelbe seide das lockenhaar) besonders beliebt, här alsam ein side gel Konr.
Troj. 23244. Parton. 9430. 9722. ir locke sam ein side gel 20244. ir sidenvalwez
(so die Sarner und die Strassburger hs., sidenvarwez die Innsbrucker) här
Alexius 1089, laue und als ein side gel was ir här Reinfr. 2144. gerispelt
reit uud da bi val was ez (daz här) reht als ein side 26176. ir här reht als ein side
gel Liedersaal 2, 338. gel krüsleht ist ir här, ze aller stuut sidenvar 3, 531. här
goltvar, sidengel Myller fragm. 43c. gel als diu side was ir här Gesammlab. 40, 16.
bar und locke was als sidevar Altswert 122, 15.

325, 3 diu liebe sprach 'nu 1er an' Heinzelins minnelehre 1781. trinchean Gries-

habers pred. 1, 133. nu trinket an MSH 3, 3026 . rät an umb eine sache Reinfrid

6541. waz sol ich tuon? daz rätent an 9321. rätent an daz beste 9729. nu gent mir

rät und rätent an 23810. nu rätent an 23866. nu rät an, helt inaere Rab. 567. nu

Heldenbuch. IV. 22
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