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Schulz, Hugo   [Bearb.]; Conradus <de Megenberg>   [Bearb.]
Das Buch der Natur: die erste Naturgeschichte in deutscher Sprache — Greifswald, 1897

Seite: 43
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II.

Von den Himmeln und den sieben Planeten.

1. Zunächst vom Saturn.

Ich weiche hier von der Anordnung meines lateinischen Textes
ab, weil derselbe in diesem Kapitel sehr verwirrt ist, und will zu-
nächst die Himmel und die Planeten, darauf die Elemente ab-
handeln. Yiele Gelehrte, besonders die christlichen und jüdischen,
nehmen zehn übereinander geordnete Himmel an. Der erste und
oberste Himmel steht still und dreht sich nicht. Er heisst auf
lateinisch Empyreum, zu deutsch Feuerhimmel, weil er in
übernatürlich hellem Schein glüht und leuchtet. In ihm wohnt
Gott mit seinen Auserwählten. Der zweite Himmel von diesem
abwärts und uns zugekehrt heisst der erste Wälzer oder der
Kristallhimmel, weil er klar und hell wie ein Kristall ist. Einen
Stern findet man an ihm nicht. In einem Tage und einer Nacht,
also in vier und zwanzig Stunden, dreht er sich einmal um die
Erde. Der dritte Himmel heisst lateinisch Firmamentuni, zu deutsch
die Teste. Er ist nämlich der Stütz- und Haltepunkt für alle
Fixsterne. Er dreht sich der Sonne entgegen von Westen nach
Osten und vollbringt seinen Lauf einmal in sechsunddreissig-
tausend Jahren. Er wird auch der Sternhimmel genannt.

Es folgen die sieben Planetenhimmel, von denen jeder nur
einen Stern besitzt. Der erste heisst lateinisch Saturnus, zu deutsch
Gutjahr, weil er den Früchten und allem Lebendigen feindlich ist.
Eigentlich sollte er Stöhrjahr oder Hungerjahr genannt werden, aber
zum Spott nennt man ihn Gutjahr (denn er verdirbt Wein und
Korn), so wie man wohl einen missgestaltenen Menschen spottend
einen Engel nennt. Der Stern ist seiner Eigenschaft nach kalt
und trocken, sein Licht ist gering, sein Umlauf vollzieht sich in
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