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Schulz, Hugo   [Bearb.]; Conradus <de Megenberg>   [Bearb.]
Das Buch der Natur: die erste Naturgeschichte in deutscher Sprache — Greifswald, 1897

Seite: 192
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III.

G. Yon den Meerwundern.

Jetzt ist es an der Zeit, von den Meerwundern zu sprechenT
die auch in vielen Fällen uns ein Gleichuiss bieten für Das, was
am Menschen gut und böse ist. Yon Natur ist allerdings der
Mensch erhaben über alle anderen Geschöpfe, will er aber nicht
nach menschlicher Art und vernnnftgemäss leben, so erniedrigt er
sich unter alle Thiere herab und führt in einigen Gewohnheiten ein
Leben wie ein Pferd, ein Hund oder ein Vogel. Desshalb brauchen
wir auch nicht ausser Landes zu gehen, wenn wir Meerwunder
schauen wollen: wir haben ihrer bei uns genug. Zunächst wollen
wir die Meerwunder besprechen, deren Name im Lateinischen mit
A anfängt, dann die mit B, wie wir es bisher gehalten haben.

1. Vom Ausgänger.

Abides ist ein Meerwunder, das auf deutsch ein Ausgänger
genannt werden mag.1) Es ist nemlich, wie Aristoteles angiebt,
dies Thier ein Meerthier und zwar zuerst ein Wasserthier, insoferne
es im Salzwasser aufwächst. Nachdem aber ändert es seine Natur
und auch seine Gestalt in allen Stücken, verlässt das Wasser, wird
ein Landthier und sucht auch seine Nahrung auf dem Lande.
Desshalb ändert sich dann auch sein Name, und es wird lateinisch
Astois genannt, was auf deutsch ein Beiständer heissen mag, weil
es dann bei uns auf dem Lande steht. Wahrlich, das ist wohl ein
Wunder, dass dies Thier sich in seiner Gestalt und seinen Gewohn-
heiten wie auch in seinem Namen so verändert. Wie diesem Thier
ergeht es jedem jungen Menschen, der auch in der Jugendzeit, so
lange er unter der Ruthe, im Salzwasser gerechter Zucht und weiser

n

Unbestimmbar.
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