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Schulz, Hugo   [Bearb.]; Conradus <de Megenberg>   [Bearb.]
Das Buch der Natur: die erste Naturgeschichte in deutscher Sprache — Greifswald, 1897

Seite: 243
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III.

F. Von den Würmern im Allgemeinen.

Es giebt nun noch eine Art von Thieren, Würmer genannt.
Diese wollen wir jetzt besprechen und zwar zunächst im Allgemeinen.
Tsidorus sagt, ein Wurm sei ein Thier, das meistens aus Fleisch,
Holz oder anderen irdischen Dingen ohne geschlechtliche Zeugung
entsteht. Es ist zu beachten, dass die Gelehrten hier und da auch
die Schlangen Würmer nennen. Dieser Auffassung entsprechend
entstehen einige Wurmarten aus der Begattung der männlichen und
weiblichen Schlangen, wie oben schon auseinandergesetzt ist, andere
aus Eiern, wie z. B. der Skorpion. Auch Plinius redet in der-
selben Weise von den Würmern und bemerkt, dass alle Würmer,
ihrer Grösse entsprechend, äusserst wenig Blut führen. Einige
Würmer sind fusslos, haben aber in ihrem Leibe Knochen oder
Gräten, wie die Schlangen, und schlängeln sich von einer Stelle zur
andern über den Boden hin. Diese Wurmart wollen wir hier nicht
weiter behandeln, da wir schon über sie geschrieben haben. Es
giebt aber eine andere Wurmart, die in ihrem Innern keine Knochen
oder Gräten hat, ebenso auch keine Beine. Diese Würmer runzeln
die Haut in ganz feinen Fältcheu, wenn sie sich fortbewegen.
Andere wieder haben Beine und Flügel, wie die Wrespen, Bienen
und diesen ähnliche Thiere. Einige besitzen zwei oder vier Füsse

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und keine Flügel. Die hierhergehörenden Wesen laufen auf der
Erde und führen ziemlich viel Blut. Andere endlich haben auch
mehr wie vier Füsse, laufen gleichfalls, besitzen aber kein eigenes
Blut, weil der grösste Theil ihrer Nahrung in ihre Beine übergeht,
und so kein Blut sich bilden kann. Indessen hat jeder Wurm in
seinem Leibe eine Feuchtigkeit an Stelle des Blutes.

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