Ackermann, Jacob Fidelis  
Der Scheintod und das Rettungsverfahren: Ein chrimiatrischer Versuch — Frankfurt am Main, 1804

Seite: 29
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durch die Beimischung einheimischer Säfte
(des Speichels und der Galle) dem den Körper
bildenden Grundstoffenverhältnisse mehr ver-
ähnlichet. Es wird nämlich aus einem ein
eigener Saft bereitet, welcher Chylus heifst, und
durch die Saugadern des Gekröses in den
Brustgang gebracht, und sofort dem in das
Herz sich stürzenden Venenblut der nieder-
Steigenden Hohlader beigemischt wird. Dieser
Chylus besteht aus Stickstoff, Wassertoff und
Kohlenstoff, als einfachen Bestandtheilen; dem
Phosphorschwefel, der Soda, dem Kali, der
Kalkerde, dem Eisen, als zwar bisher unzer-
legten, aber wahrscheinlich ig die ersteren noch
zerlegbaren Stoffen. Diese in einem bestimm-
ten , bis hierhin noch nicht ausgemittehen Ver-
hältnisse verbundenen Stoffe bilden eine homo-
gene Flüssigkeit, welche so, wie sie ins rechte
Herz gelangt, durch die Zusammenziehung
desselben in die Lunge getrieben wird, wo
sie mit dem aus dem Luftkreise angezogenen
Sauerstoffe sich übersättigt, mit der rothen
Farbe zugleich alle Eigenschaften des Bluts
erhält. z Das Blut, welches aus der Lunge

i Sieh die interessanten Versuche hierüber in Sche-
rers Journal.
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