Ackermann, Jacob Fidelis  
Der Scheintod und das Rettungsverfahren: Ein chrimiatrischer Versuch — Frankfurt am Main, 1804

Seite: 98
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Herzbeutel, und bemerkte, sobald die Luft
eintrat, dafs das Herz sich bewegte, und zwar
zuerst die Herzohren, dann die Herzkammern.
Die Lungenschlagader enthielt einiges Blut,
doch war sie davon nicht strotzend ausge-
dehnt. Das rechte Herz und die Hohlader-
stämme aber waren mit Blut angefüllt. Ich
brachte nun einen kleinen Blasbalg in die
Luftröhre, und blies Luft, jedoch nur mäfsig
in das Gewebe de* Lunge, und indem ich
zugleich das rechte Herz etwas zusammen-
drückte, trieb ich jedesmal auch etwas Blut
in die Verzweigungen der Lungenader ein.
Ich wiederholte dieses Einblasen und wech-
selsweise Zusammendrücken des Lungen-
gewebes zehen- bis funfzehnmal, und bemerkte
nun, dafs das dunkelgefärbte Blut heller sich
röthete, und das Gefdfsnetz der Lunge schön
anfüllte. Ich setzte die Operation fort und
sah nicht ohne Verwunderung, wie nun das
geröthete Blut in das linke leere Herz ein-
strömte , und erst den Herzsinus , dann unmit-
telbar die Herzkammer in Bewegung setzte,
und so nach und nach der Kreislauf so weit
gebracht werden konnte, dafs dasselbe selbst
in die Aorta eindrang, und durch die ver-
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