Ackermann, Jacob Fidelis  
Der Scheintod und das Rettungsverfahren: Ein chrimiatrischer Versuch — Frankfurt am Main, 1804

Seite: 122
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ackermann1804a/0147
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
l£2

entweder von einem mechanischen Hindernift,
welches die Verrichtungen der Werkzeuge des
Athemholens oder des Kreislaufes hemmt;
oder weil das Sauerstoffgas zu langsam oder
ganz und gar nicht in der gehörigen Menge und
Expansionsform, wie es zürn Leben des orga-
nischen Körpers erfodert wird, der Oberfläche
desselben in den Werkzeugen des Athemholens
zuströmen kann. Wenn dieses nur langsam
geschähe, so würde Krankheit eintreten, weil
die Bestandtheile des thierischen Organismus,
anstatt gleichförmig oxydirt zu werden, durch
wechselseitige Verbindungen andere Entmi-
schungen erlitten, als sie bei der geltenden
und bestehenden Anziehungskraft gegen den
Sauerstoff haben mufsten : und wenn wir zu-
weilen in Krankheiten den Zustand des Schein-
todes eintreten sehen; so steht derselbe nicht
in der direkten Kausalverbindung mit den
Ursachen der Krankheit, sondern ist in einer
Lähmung der Nerven des Athemholens, wie
bei den Ohnmächten der Hysterischen u.s. w.,
aus Schrecken zu suchen.

Es ist also klar, dafs der Scheintod, wenn
er eintritt, plötzlich und auf einmal die orga-
nische Maschine überfällt.
loading ...