Ackermann, Jacob Fidelis  
Der Scheintod und das Rettungsverfahren: Ein chrimiatrischer Versuch — Frankfurt am Main, 1804

Seite: 139
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und deswegen einen häufigem Übertritt des
Sauerstoffes begünstiget.

Bei den todtscheinenden Neugebornen ist
die Haut nicht selten mit der käsartigen Ma-
terie überzogen, die ein geronnener Eyweifs-
stoff ist. Es darf gewifs keine der letzten
Sorge des Hilfeleistenden seyn, diesen oxy-
dirten Eyweifsstoff von der Haut zu entfernen,
um so mehr, als derselbe nicht einmal ein
tauglicher Leiter ist, das Sauerstoffgas dem
Oberhäutchen, und sofort dem Blute in dem
Gefäfsplexus der Haut zuzuführen. Dieses
geschieht am besten durch Olivenöl, oder jede
andere angemessene Fettigkeit, womit man
die Haut abreibt ^ und zugleich diesen Stoff
von seiner Oberfläche entfernt. Bei Erfrornen
ist nicht allein der festere Organismus erstarrt,
sondern auch die Säfte sind gefroren, und in
ein gröfseres Volumen ausgedehnt, treiben
sie die Gefäfse auseinander, und sind daher
wegen ihrem festeren Zusammenhang nicht
Fähig, den Verwandtschaften gegen den Sauer-
stoff der Atmosphäre zu folgen. Die erste
und vorzüglichste Hilfe, die man hier anwen-
den mufs, ist, die Säfte nach und nach wieder
in den tropfbar flüssigen Zustand zu versetzen,
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