Ackermann, Jacob Fidelis  
Der Scheintod und das Rettungsverfahren: Ein chrimiatrischer Versuch — Frankfurt am Main, 1804

Seite: 160
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ackermann1804a/0185
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
i6o

Die Art, wie das Sauerstoffgas iri die
Lungen eingeblasen wird, geschieht auf die
nemliche Art, wie ich oben von der atmo-
sphärischen Luft gesagt habe. Man mufs
aber zu diesem Ende in dem zur Errettung
der Scheintodten bestimmten Orte, eine
gewisse Quantität des durch die Destillation
aus Braunsteinkalk gezogenen Sauerstoffgases
in wohl verstopften Flaschen aufbewahrt, in
Vorrath haben, um dasselbe nöthigen Falls
und ununterbrochen anwenden zu können .
Sobald nun dieser Fall eintritt, wird eine
gewisse Anzahl Flaschen unter einer mit
Wasser angefüllten Glocke in der Wanne
eines hydropneumatischen Apparats ausge-
leert, und unter diese nemliche Glocke eine
aus elastischem Harz verfertigte Röhre geleitet,
die an ihrem andern Ende mit einer Schraube
versehen ist, um auf den Körper des Blase-
balgs, wo die Klappe liegt, angeschraubt
werden zu können. Die offene elastische
Röhre mufs an dem Gewölbe der Glocke
befestigt werden, und unter dem Wasser der
Wanne durch bis an den Blasbalg hervor-
rufen . Der Blasbalg wird nun von dem hilfe-
reichenden Arzte in Bewegung gesetzt, und
loading ...