Ackermann, Jacob Fidelis  
Der Scheintod und das Rettungsverfahren: Ein chrimiatrischer Versuch — Frankfurt am Main, 1804

Seite: 182
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lös

grofse und umständliche Zubereitung nicht
angeht, und man in deu kostbaren Augen-
.blicken der Hilfleistung bei Scheintodten am
allerwenigsten Zeit hat, sich damit zu be-
fassen ; so schlage ich ein anderes Mittel vor,
das gleich aus dem Stegreif bereitet und leicht
angewendet werden kann, und das in dieser
besondern Hinsicht dem Sauerstoffgase selbst
weit vorzuziehen ist. Es ist dieses die über-
saure Kochsalzsäure (Acide muriatique oxy-
gene), welche man entweder in ihrer flüs-
sigen limpiden Form, oder auch mit etwas
Baumöl versetzt als ein Liniment auf die
Haut einreiben kann. Dieses geschieht, in-
dem man unter den Tüchern, welche den
Körper bedecken und erwärmen, nach und
nach die Flüssigkeit oder die Salbe an alle
Theile des Körpers anbringt und einreibt,
oder auch nur den Körper unter den erwär-
menden Flanellen mit dieser Flüssigkeit
besprengt.

Alle andere den Sauerstoff in tropfbarer/
oder gar starrer Form enthaltende Stoffe wür-
den hier nichts nützen, da dieses alle schon
verbrannte oder oxydirte Körper darstellen, in
welchen das Oxygen als solide Basis gebunden
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