Ackermann, Jacob Fidelis  
Der Scheintod und das Rettungsverfahren: Ein chrimiatrischer Versuch — Frankfurt am Main, 1804

Seite: 207
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auf die Schleimhaut der Nasenhöhlen wirkt,
indem sie den darauf haftenden schädlichen
Reiz entfernt.

Man sieht daraus, dafs der Riechnerve
nicht durch sich, nicht durch eine Reaktion
des Gehirns diese auffallende Wirkung auf die
vornehmsten Organe der Lebensbewegungen
äufsert; sondern weil in dem Organ des Ge-
ruches ein anderer Nerve sich verbreitet, der
mit dem grofsen symphatischen Nerven glei-
chen Ursprung hat, und durch die flüchtigen
durchdringenden Dämpfe, so die Nasenhöhlen
erfüllen, so gut, wie der Riechnerye selbst,
getroffen werden mufs.

Aber eben deswegen dörfen wir diese vor-
zügliche Art des Wirkens auf das Nerven-
system keineswegs aufser Acht lassen, wenn
es einmal ausgemacht ist, dafs die chemischen
Verhältnisse des Lebensprozesses alle wieder
eingetreten sind, oder noch nicht völlig ver-
schwunden waren.

Bei scheintodten Neugebomen, bei welchen
erst kurz die Lebensbewegungen aufhörten,
hat man daher mit Vortheil auch oft nicht so
gar starke Gerüche angewendet: dahin rechne
ich die flüchtigen Dünste der frischen Zwiebel,
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