Ackermann, Jacob Fidelis  
Der Scheintod und das Rettungsverfahren: Ein chrimiatrischer Versuch — Frankfurt am Main, 1804

Seite: 232
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Dafs man die schwächsten Grade derselben
zuerst auf der erregbaren thierischen Faser
bemerkt hat, beweifst schon ihre grofse Wirk-
samkeit auf den Thierkörper.

Dieses mag wohl die Veranlassung gege-
ben haben, dafs man den einfachen Galvanis-
mus als ein untrügliches Prüfungsmittel des
wahren Todes vorschlug; eine Behauptung,
welche die nachherigen Fortschritte in cer
Lehre des Galvanismus hinlänglich widerlegt
haben: denn das Organ, was in der Kette
eines einzigen Plattenpaares todt war, wurds
noch bewegt, wenn mehrere Plattenpaare in die
Kette kamen; und so konnte man die Mög-
lichkeit der Erregung eines Organs durch
keine bestimmte Reihe von Plattenpaaren
beschränken. Aber noch aus einem andern
Grunde kann der Galvanismus nicht als Prü-
fungsmittel des wahren Todtes gelten; denn
derselbe ist fähig, nur so lang auf das Nerven-
system zu wirken, als die chemischen Verhält-
nisse des Lebens in dem organischen Gewebe
noch nicht aufgehört haben . Wenn aber ein-
mal diese erloschen sind, so wird auch der
stärkste Grad des Galvanismus nicht die
geringste Bewegung mehr hervorbringen,
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