Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 14
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§ 6.
Die Beobachtung der Gestaltung de» Gehirns
im Wasserkopf kann aus dem nämlichen Grund
uns auch keineswegs die Norm abgeben, nach
welcher wir die Form eines gesunden Gehirn»
beurtheilen müssen, denn bei dieser Krankheit
des Kopfs ist durch die in den Hirnhöhlen in
den ersten Monaten des Fötusleben angesammelte
Lymphe die Hirnmasse nach allen Richtungen,
und vorzüglich nach oben zu ausgedehnt, und
nicht allein sie, sondern auch die nachher in den
Schedel sich umwandelnde Haut ist widernatür-
lich ausgebreitet —' so wie alle andere Häute,
welche das Gehirn umfassen. Hier ist es also
klar, warum die Windungen verschwinden müs-
sen. Wenn diese Hirnwassersucht ihren höch-
sten Grad erlangt, so berstet zuletzt die ausge-
dehnte Hirnsubstanz , und mit ihr die Schedel-
und Hirnhäute. Das Schaafwasser dringt in die
aufgerissene Hirnhöhlen hinein, das vorher schon
desorganisirte Gehirn wird zerstört, und die
schlaffen leeren und zerrissenen Häute fallen auf
den Schedelboden zurück, aufweichen noch die
Reste des Hirnknotens und die Anfänge des
Rückenmarkes samt den Nervenursprüngen sieht-
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