Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 26
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Dr. Galls Benennung rechtfertigen, wenn er
<iie Rindensubstanz, wo sie sieh in das Mark po-
tenzirt, ein Ganglion nennt? Ist denn nach der
richtigen Ansicht, die ich darüber gegeben habe,
der Ring des Hirns, sind endlich die graue Ge-
hirnwindungen Ganglia zu nennen? Ja wer sollte
nicht den Urheber einer Sprache der höchsten
Verwirrung anklagen, der sogar die Nervenwärz-
chen der Sinne, die sich z. B. auf der Schleii»
haut der Nasen aus den Arteriengeflechten und
den fein zertheilten Nerven bilden, ein Ganglion
nennen wollte? h) Ist hier auch nur entfernt
etwas, was einem Knoten ähnlich ist?

§■ *9-
Doch ich gehe nun in weit wichtigern Ge-
genständen, in welchen der Mann, der hier
niehr wissen will als einer seiner Vorgänger
und Zeitgenossen, sehr auffallend seine Unwii'sen-
heit an den Tag legt. Es giebt, sagt er, im gan-
zen Körper keine Nervensubstanz, oder Nerven-
inark, sondern nur Nervenfäden, i) Was sind

h) Bischoffs Darstellung. S, 2.
i; Ebendaselbst. S. S.
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