Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 61
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Vögeln, welche, da sie in der Luft le.ben, in
der Luft oft heftig bewegt werden, in den Kno-
chenzellgeweben ihrer Schedelknochen nicht
allein, sondern des ganzen übrigen Skelels, der
eindringenden Luft nachgeben, und sich in grofse
blasenförmige Zellen ausdehnen lassen. •

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Wie kann man , wenn man diese Ursachen
kennt, die auf die Bildung des Schedels Ein-
flufs haben, die Luft nämlich und die Muskeln,
nach allen den hier vorgetragenen Thatsacheu
wohl den Satz aufstellen, und vertheidigen, dafs
die ä'ufsere Platte des Schedelgewölbes mit der
innern parallel laufe, und daher jede Erhöhung,
jede Vertiefung des Gehirns selbst auf der a'ufsern
Tafel nachgebildet seyn müfse P dafs es wirklich an
den eben genannten Stellen nicht so seye, zeigt
der Augenschein. Und doch setzt Hr. Dr. Gall
in alle diese Schedelgegenden seine Organe. Das
Personen- und Sachen-Gedächtnifs. Sein Kunst-
und Tonsinn gehören, soviel ich weifs, auf drs
Stirnbein, wo die Arcus Superciliares und die
Glabella gegen das Tuber frontale hervortreten,
lein List- und Diebesorgan soll die Mitte des
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