Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 80
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ackermann1806/0088
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
~- 80 —

rer Zergliederer ist Herrn Doctor Galls Beo-
bachtung, dafs der Schedel im Alter entweder
kleiner oder dicker werde. Es ist vielmehr ge-
rade das Gegentheil wahr, die Schedelknochen
werden dünner, die Diploe zwischen den Kno-
chenlamellen scheint zu verschwinden, und die
innere Tafel tritt so nahe zu der äufsern, dafs
in manchen Schedein der Alten an einigen Stel-
len der Schedelknochen z. B. an den tuberculis
frontalibus an den starken Hervorragungen der
Scheitelbeine, und in den Cavis Cercbelli des
Hinterhauptbeins diese Knochenstellen gegen das
Licht gehalten ganz durchsichtig erscheinen.

Aber warum sollten auch die Schedelkno-
chen im Alter von den Knochen des übrigen
Skelets, ja von allen andern Theilen der organi-
schen Maschine in dieser Hinsicht eine Ausnahme
machen? Alle Organe nehmen ja im Alter ab,
weil die organische Erregung, die vorzüglich
das zuführende System der Arterien beherrscht,
abnimmt, dahingegen das Aufsangungsgeschä'ft,
welches von einfachen physischen Kräften gröfs-
tentheils abhängt, in seinen Wirkungen nicht
loading ...