Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 81
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verhältnifsmäfsig vermindert wird; es wird also
im ganzen aus dem Zellensystem des Or-
ganismus mehr aufgesogen, und weggebracht,
als durch das Arteriensystem zugeführt wird;
daher schwinden nicht allein das Zellengewebe
der Haut, und der Fetthaut, welche sich ia
Runzeln legt, sondern auch die Muskeln, welche
die Dichte ihrer Fafsern verlieren, und erschlaf-
fen; Ja selbst die Knochen, welche dünner und
spröder werden, und aus diesem Grunde im
greisen Alter leichter zerbrechlich sind, als in
jedem andern. Dieses ist nicht allein bei den zylin-
drischen Knochen der Extremitäten der Fall, son-
dern auch bei den Knochtn des Beckens, die oft
in der Mitte, wie z.B. die breiteren Ossa ilii durch,
das Aneinandersinken der ä'ufseren und inneren
platte so fein wie Postpapier werden ; es ist ferner
selbst der Fall bey den Wirbelbeinen des Rü-
ckens, welche wegen unregelmäfsiger Aufsaugung,
die zuweilen im Alter an den spongiosen Wir-
belkörpern geschieht, auf einer Seite mehr wie
an der andern abnehmen, und daher die bey
alten Leuten nicht ungewöhnliche höckerige
Hervorragungen bilden. Unter den Knochen
des Gesichts leiden diese Veränderungen vor-

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