Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 89
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ackermann1806/0097
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
- 89 -

denn welcher Kaufmann würde wohl seine Vor-
lesungen auf der Mefse besucht, und diese dem
Spieltisch oder Theater vorgezogen haben, wenn
er dort nichts anders zu sehen hätte erwarten
können, als ein paar Markstreifen oder Hirnge-
bilde, welche Hr. Dr. Gall als vorher dem
Zergliederer von Profession unbekannt neu ent-
deckt zu haben vorgab. Hatte er dagegen durch
seine Gehirndemonstrationen den gelehrten Theil
des Publikums für sich eingenommen, so war
»ein Kredit auch bei der zahlreicheren Klasse
des Publikums gegründet, und diese ströhmten
nun in vollen Haufen herbei, um an seiner Or-
ganenlehre sich zu belustigen, über welche jene
die Achseln zuckten.

§• 65.
Herr Doctor Gall mufs ohne Zweifel die-
ses gefühlt haben; er gab daher auch in grossen
Städten für Gelehrte und Layen zwey Cursus,
der eine sprach von den grossen Entdeckungen
über das Gehirn, der andere^belustigte durch
Organologie, die durch artige Intermezzos aus
der Naturgeschichte und Ileisebeschreibungen
schon aufgestutzt waren, und durch das Vorzei-
loading ...