Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 97
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ter Nervenwirkung, als bei einen schwächere»
Muskel und stärkeren Nerveneinflufs. Man er»
kennt daraus, dafs unter den Bedingungen der
Kraftäufserung nur eine relative Differenz ob-
waltet, und dafs kein Organ sieh leidend ver»
halten kann, wenn die Kraft hervortritt. Wenn
daher die Aeufserung der Kraft unterbleibt, so
geht auch die materielle Bedingung, welche den
realen Ausdruck der Kraft selbst konstituirt;
ein. Wenn der Muskel lange Zeit nicht bewegt
wird , so schwindet er, nimmt an Umfange»
innerem Gehalte und Fähigkeit sich zu bewegen
ab. Ich habe mehreremale bei Anehylosen
des Knies zu sehen die Gelegenheit gehabt, wie
die starken Muskeln der Waden ihre ganze
Muskelnatur verloren hatten, und in ein lokeres
weifses Zellgewebe verwandelt worden waren y
welches selbst, wenn das Gelenk auch wieder-
hergestellt worden wäre, nicht tauglich gewe-
sen seyn würden sich zu bewegen.

§• 74-

Selbst im Nervensystem lassen sich Beyspiele
genug anführen, wo Lähmungen desselben zu»
gleich die Vernichtung des Organs zur Folge ge«

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