Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 99
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mus nicht kennen , täuschen, aber wahrlich Nie»
inand. der die Natur beobachtet, und ihre Phä-
nomene richtig zu deuten gelernt hat; denn im
organischen Körper ist das Organ einer der Fak-
toren , und die Kraftä'üfseruDg das Produkt, so
wie aber das Produkt nur durch die Faktoren
wird, so bestehen die Faktoren auch nur durch
das Produkt, und in demselben.

§•• 76.
Wenn wir daher nach der Gall sehen Hy-
pothese ein Mordorgan statuiren wollten , so
könnte dieses ohne Morden nicht bestehen; es
könnte niemand einen .Tonsinn. einen Kunst-
sinn haben, ohne Musiker oder Künstler zu seyn.
Setzen wir auch auf einen Augenblick den Fall,
es habe jemand ein solches Organ ererbt, oder
durch Fleifs sich erworben, so wird, sobald die-
ses Organ nicht mehr thätig seyn wird, dasselbe
nach und nach an Umfang abnehmen, und end-
lich gang schwinden müssen.

§• 77-

Mit dem Schwinden des Organs wird aber
auch zugleich die Fähigkeit oder das Vermögen
aufhören, welche durch dieses Organ bestände»
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