Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 101
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ackermann1806/0109
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
---- 101 —

bemerkt. Und ein Mörder hat nicht allein ein
Mordorgan, sondern ein jeder,- der ein Mord-
organ am Schedel zeigt, ist auch ein Mörder.
Sagt er , dafs jemand einen Mordsinn haben
könnte, ohne Mörder zu seyn, so läugne ich
dieses, weil kein Organ ohne seine Kraftäufse-
rung bestehen kann. Entgegnet er, dafs die
Kraftäufserung durch andere Organe und Thätig-
keiten zurückgehalten werden hönnte , so sage
ich, dafs in diesem Fall auch das Organ schwin-
den müsse, dafs also das Organ fehlen müfse in
demjenigen, der kein Mörder seye.

§• 7<>-
Freilich war die wirkliche Annahme von Or-
ganen, ohne dafs gerade die Vermögen, welche sie
repräsentiren sollten, zugegen waren, ein guter
Schlupfwinkel, sich bei der Organoskopie jeden
Vorwurf vom Hals zu schaffen, und jedem Ein-
wurf zu begegnen; denn hätte einer, dessen
Schedel untersucht wurde, das Diebsorgan, und
wäre dennoch kein Dieb , so hatte dieses eben
nichts zu sagen. Es hicfse, das Organ zeigt nur
von der Anlage; dafs der Mensch nicht gcstoh*
len bat", ist ein Beweis seiner guten moralischen
loading ...