Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 117
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— H7 —
i) Das Ausruhen von den Aeufserungeu
einzelner Seelenkräfte wäre nicht möglich,
wenn zu jeder Geistesthätigkeit die ganze
Gehirnmafse erfordert wäre.

Antwort. Ein Ausruhen bei den Gehirn-
verrichtungen läfst sich denken, wenn die Kraft-
äufserung, die wir im ganzen Gehirne setzen von
einem höheren zu einen niederen Grade übergeht.
So ruht der Denker aus, der vorher seine See-
lenkräfte durch Bildung von Schlüfsen und Ur-
theilen angestrengt hatte, wenn er sich nun
blos an einfachen Vorstellungen und Phantasie-
spielen belustigt, nicht aber wenn er den um-
gekehrten Weg geht. — Bei den Galischen.
Sinnorganen ist dieses nicht einmal wahr. Der-
jenige, welcher Mordanschlage dichtet, wird nicht
ausruhen, wenn er in dem nächsten Augenblik
auf Diebspraktiken sinnt. Der Hochmüthige
bleibt in der nehmlichen Exaltation, wenn er
in dem kommenden Moment Andächtler und
Theosoph wird u. s. w. Woraus also erhellt,
dafs es bei den Geistesverrichtungen nicht auf
die Sache, sondern auf den Grad von niederen
und höheren Seelenvermögcn ankömmt, wenn
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