Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 118
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ackermann1806/0126
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile


— ii8 —

bei dem Wechsel der Thä'tigkeiten des Geistes ein
Gefühl von Remifsion oder Ruhe eintreten soll.

. §• 94-
Da in dem Galischen Raisonnement das
wahre mit dem falschen verbunden, zwar offen-
bar zum Irrthume führt, allein doch manchem
es schwer machen könnte den Irrthum zu ent-
decken , so mufs ich zur Verständigung des fol-
genden etwas voraus schicken. So wie es Sinn-
organe giebt, durch welche die Eindrücke der
Aufsenwelt aufgenommen, und durch die Ner-
venfä'den bis zum Hirne fortgeleitet werden, so
giebt es in dem Hirne selbst auch Organe, wel-
che zur Aufnahme dieser Eindrücke, und zur Auf-
bewahrung derselben bestimmt sind. Diese
Organe sind die Sinneshügel, welche in dem
Innern der Hirnhöhlen sich befinden. Es giebt
Thatsachen genug, diebeweisen, dafs Eindrücke
der Sinnorgane hier niedergelegt werden, und
eine gewisse Permanenz erhalten, wodurch sie
als das Magazin des Denkens, als das Substrat
der höheren Seelenvermögen betrachtet werden
müfsen. Eine Erregung dieser niederen Seelen-
organe erweckt die einmal hier aufgenommenen
loading ...