Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 119
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ackermann1806/0127
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
— U9 —
Eindrücke, und bildet das Gedä'chtnifs, welches
verknüpft mit dem Bewufstseyn, dafs diese Ein-
drücke schoa einmal in uns wirksam waren,
das Riickerinnerungsvermögen heilst. Steigt diese
Thätigkeit in diesem Sinneshügel zu einen höhern
Grad, so wirkt die Einbildungskraft, weil sie
wirklich einigermafsen die Bilder der äufsern
Gegenstände als Objekte dem höhern Seeleri-
' vermögen darbietet und demselben gleichsam
einbildet.

§■ 95-
Die Thatsaehen, welche beweisen, dafs es
solche Organe giebt, welche zur Aufnahme und
'Aufbewahrung der Eindrücke dienen, sind un-
läugbar: Wir bemerken dafs Kinder die Ein-
drücke durch die Sinne leicht aufnehmen, aber
eben so leicht wieder verlieren. Im Jünglings-
alter ist die Periode, wo der Geistes Reichthum
häufiger zugeführt, aufgenommen, und behalten
wird.' Im männlichen Alter istdieReceptivitätder
äufseren Eindrücke schon geringer, obgleich diesel-
ben in diesem Alter, wenn sie einmal aufgenom-
men worden sind, länger bleiben. Im Greisenalter
finden die Eindrücke durch die Sinne nicht leicht
loading ...