Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 120
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ackermann1806/0128
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
: i

— I20

eine bleibende Stelle, da hingegen die in frü-
hern Jahren geschehenen immer noch fortdauern,
und stets von neuem erweckt werden können.
Es scheint also wahrscheinlich, dafs die Sinnes-
eindriieke in dem noch weichen Gehirn der Kin-
der wieder verschwinden, und in dem zu festen
der Greise nicht leicht einen bleibenden Eindruck
hervorbringen. Welches also allerdings deutlich
geigt, dafs hier für alle diese Eindrücke innere
Organe sind. Noch mehr zeigen dieses Krank-
heiten, die auf das Gehirn wirken. Ein italie-
nischer Dichter vergafs nach einem hitzigen Fie-
ber »eine Sprache, und kannte seine eigene
Schriften nicht mehr. Valerius Maximus
erzahlt, dafs ein Bürger aus Athen nach einem
Schlag auf den Kopf, die Wissenschaft, die er
erlernt, vergessen, alles andere aber behalten
habe. In der attischen Pest haben mehrere nach
Thucidides Zeugnifs alles, was sie vorher
wüsten, vergessen.

§. 96.
Wir wissen ferner, dafs das Gedä'chtnifs
iu Grund geht nach allen solchen Krankheiten
des Nervensystems, wodurch das Hirn vorzüg-
loading ...