Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 121
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lieh stark angegriffen wird z. B. nach Apoplexien,
Epilepsie, Catalepsis u. s. w. n) Dieses alles be-
weifst hinreichend, dafs in den Organen des
Gehirns eine gewisse mechanische Anordnung
der Reihen von Eindrücken Statt habe, welche
durch die Sinneswerkzeuge in das Hirnorgan
überbracht worden sind. Getreue Naturbeo-
bachtungen haben uns auch schon gezeigt, wel-
ches diese Organe sind, in welche diese Ein-
drücke niedergelegt werden. Es sind nehinlich
die von mir sogenannte Sinneshügel. Wenn ein
Mensch erblindet, so ist er am Anfange untröst-
lich über seinen Verlust, so wie aber der Seh-
nerve und mit diesen auch der Sehhügel im Ge-
hirne schwindet, so lernt er allmähliger diesen
Verlust gleichgültiger ertragen, ja er erinnert
sich bald selbst der Ideen nicht mehr, welche
er ehedem durch den Gesichtssinn erhalten hat

§• 97-

Bei einem Taubstummen fand ich das Ge-
hörorgan vollkommen wohl gebildet, allein den

ji) Marherr Prsele&iones in Boerhavii Institut, med. Tora.
III. S- Vieunx et Lipsise 1785. pag. 381.
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